Im ersten Monat des Jahres träumte Niclas aus Rüdersdorf, der an einem bösartigen Tumor litt und gerade eine Beinamputation hinter sich hatte, von einer Spritztour mit seinem Idol, dem Profifußballer Max Kruse. Er selbst ist ein großer Union Berlin-Fan – nun wurde sein Traum wahr. Max Kruse, der mittlerweile jedoch für den VfL Wolfsburg spielt, stand mit seinem 300.000-Euro teuren „Schlitten“ vor der Tür der Klinik in Berlin-Buch. Das Auto hatte zuvor schon Kruses Vater nach Berlin gebracht, weil Max Kruse wenig Zeit in der Saisonvorbereitung hat und deswegen mit dem Flieger in die Hauptstadt reiste.
„Niclas kam gerade aus dem Krankenhaus und wollte mit seiner Mutter nach Hause, als er plötzlich glaubte, dass ein Flugzeug landet. Ein Flugzeug war es nicht, es war ein Lamborghini, der aber wohl die gleiche Lautstärke hatte. Am Steuer saß Bundesliga-Profi Max Kruse. Niclas machte große Augen. Max Kruse öffnete die Tür, half Niclas rein und schon ging es los“, berichtet ein Vertreter vom Verein Kolibri für krebskranke Kinder.
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Nach der Ausfahrt wurde gemeinsam gekocht

Natürlich passierte das Aufeinandertreffen nicht zufällig. Der Verein Kolibri steht seit einiger Zeit mit Max Kruse im Kontakt und hatte alles sorgfältig geplant. Niclas hatte diesen Herzenswunsch kurz nach seiner Beinamputation im Januar geäußert. Die Diagnose – bösartiger Tumor im Knochen des linken Oberschenkels – bekam er bereits im Oktober letzten Jahres.
Neben der Ausfahrt für Niclas hatte der Verein Kolibri eine Kochveranstaltung mit Roman Maaßen und Johannes Wagner von Ruder Küchen und Hausgeräte GmbH organisiert. Max Kruse sowie einige erkrankte Kinder der onkologischen Station der Klinik Berlin-Buch kochten gemeinsam für die Kinder und ihre Eltern sowie für die Pflegekräfte Nudel mit Tomatensauce. Beim gemeinsamen Kochen und Essen beantwortete Max Kruse geduldig alle Fragen der Kids. Kruse kam nicht unvorbereitet. Er hatte viele Geschenke dabei und hat sich vorher genau beim Verein informiert, welchem Kind er was mitbringen kann.

Mitglieder der Regionalgruppe Uckermark sind sehr engagiert

„Wir und die Kinder haben nicht nur den Fußballer Max Kruse kennengelernt, sondern den Menschen Max Kruse. Und der hat ein riesengroßes Herz und er hat sehr viele Emotionen erzeugt“, sagt Alexander König.
Regelmäßig unterstützen bei solchen Aktionen in den Kliniken auch die Mitglieder der Regionalgruppe Uckermark um Mareen Jähnke und Alexander König sowie die Regionalgruppe Berlin um Andreas Landgraf die Events für die kranken Kinder.

Der Verein Kolibri „Hilfe für krebskranke Kinder Deutschland"

Der Verein Kolibri „Hilfe für krebskranke Kinder Deutschland" ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, Familien, in denen es ein schwerstkrankes Kind gibt, zu helfen. Dies geschieht seit der Gründung 2012 durch finanzielle Unterstützung, professionelle Beratung, Sachspenden und Veranstaltungen. In Deutschland erkranken etwa 2000 Kinder jährlich bis zum 18. Lebensalter an Krebs. In den letzten drei Jahrzehnten haben sich die Heilungschancen für die jungen Patienten deutlich verbessert. Trotzdem ist die Erkrankung eines Kindes an Krebs nach wie vor eine extreme Belastung für die gesamte Familie. Über 20 Prozent der erkrankten Kinder überleben diese Krankheit aktuell auch in Deutschland noch nicht. In vielen Familien kommt es zu psychosozialen oder auch finanziellen Problemen. Allein die Diagnose ist für die gesamte Familie ein Schock, zum Teil mit Reaktionen wie Verzweiflung, Panik, Trauer und Hilflosigkeit. Das gesamte bisherige Leben gerät aus den Fugen. Die Familie kann in eine Isolation geraten, die durch lange Aufenthalte in entfernten Kliniken noch besonders verstärkt wird. Geschwisterkinder können Verhaltensauffälligkeiten zeigen, die durch ein Zuwendungsdefizit entstehen, da sich während der Behandlungszeit alle Aufmerksamkeit auf das erkrankte Kind konzentriert. Zusätzlich kommen hohe finanzielle Belastungen auf die Familie hinzu. Die dadurch entstehenden Probleme sind auch nach der Behandlung des erkrankten Kindes nicht beseitigt und werden durch das Glücksgefühl einer erfolgreichen Behandlung oder Trauer bei einer Behandlung mit negativem Ausgang nicht bzw. zu spät wahrgenommen. Diesen Menschen möchte der Verein mit seinen Angeboten nachhaltige Unterstützung bieten. Der Verein Kolibri es sich zur Aufgabe gemacht, krebskranke Kinder und ihre Familien zu unterstützen. Das Angebot setzt sich zusammen aus der finanziellen Unterstützung für betroffene Familien sowie aus Sachspenden und Veranstaltungen in Krankenhäusern, die den betroffenen Familien Abwechslung und Freude bringen sollen. Ebenso unterstützt der Verein andere ehrenamtlich arbeitende Organisationen und plant eigene Beratungsstellen, um direkte Hilfe für Erkrankte und deren Familien leisten zu können. Bei all diesen Angeboten steht das Team vom Kolibri stets in Kontakt mit vielen Krankenhäusern und anderen beteiligten Akteuren, um gezielte Hilfen ohne Redundanzen zu schaffen. Die verwendeten Mittel setzen sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen zusammen. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich und steht mit seinen Mitgliedern für eine sorgfältige und transparente Mittelverwendung.