Martin Seeber konnte seine Begeisterung nur schwer unterdrücken. „Ein großes Dankeschön an die 3500 Fans, die den Weltklasse-Leichtathleten eine einmalige Atmosphäre ins Olympiastadion gezaubert haben“, sagte der Meeting-Direktor des Istaf Berlin nach der Veranstaltung. Tatsächlich entfachten die eigentlich wenigen Zuschauer im weiten Rund ein echtes, kaum erwartetes Spektakel, die angesichts der teilweise starken Leistungen bei Seeber die Erkenntnis wachsen ließ: „Es hat sich gelohnt, das Istaf auch in schwierigen Zeiten zu organisieren. Es war ein voller Erfolg.“

Topstars wirkten ausgelaugt

Auch die Athleten zeigten sich überrascht. „Ich begeistere lieber 3500 mit meiner Leistung, als dass es 40 000 egal ist“, kommentierte der deutsche Stabhochspringer Raphael Holzdeppe. Da ist es offenbar egal, dass es ihn selbst nicht zu sportlicher Höchstleistung animieren konnte. Er wurde nur Zehnter und damit Letzter in einem Wettbewerb, indem der schwedische Europameister Armand Duplantis mit 5,91 Metern siegte und beim Versuch, die Weltrekordhöhe von 6,15 Metern zu meistern, dreimal scheiterte.
Die deutschen Top-Stars waren dagegen ein wenig ausgelaugt. „Nach zehn Wettkämpfen gehe ich ein wenig auf dem Zahnfleisch“, erklärte Speerwerfer Johannes Vetter. Seinem deutschen Rekordwurf (97,76 Metern) vor gut einer Woche ließ er beim Istaf „nur“ 87,26 Meter folgen. Für die Konkurrenz verheißt dies aber im Olympiajahr 2021 nichts Gutes, denn er lag damit immer noch fast fünf Meter vor dem Zweiten. „Es ist ein gutes Fundament fürs kommende Jahr“, ist der Dresdner mit der Saison mehr als zufrieden und will nun „vier bis sechs Wochen entspannen“, ehe es wieder losgeht.

Blick auf Gold

Auf eine Auszeit freut sich auch Weitspringerin Malaika Mihambo. „Wobei ich in meinem Urlaub ein bisschen trainieren werde – dreimal die Woche.“ Nach der Niederlage beim Istaf mit 6,77 Metern gegen Maryna Bech-Romantschuk (6,87) aus der Ukraine, hat auch sie Gold in Tokio voll im Blick.