Ob sich eine vierte Saison in der 2. Bundesliga anschließt, oder der Abstieg hingenommen werden muss, das entscheidet die Deutsche Volleyballlliga in Abhängigkeit von Vereinslizenzen erst in den kommenden Wochen. Fest steht, dass der zehnte Tabellenrang vom SV Lindow-Gransee verpasst wird und damit der erste sichere Tabellenplatz. Doch selbst der Lindower Kontrahent vom Sonnabend, immerhin vorzeitig Staffelsieger und aufstiegsberechtigt für die 1. Liga, weiß noch nicht, in welcher Liga er im kommenden Jahr aufschlagen wird. Aus finanziellen Nöten heraus droht dem ABC Titans Bergisches Land der Verzicht auf ein Startrecht in der zweiten und erst recht in der ersten Liga. Selbst eine vom Verein initiierte Dauerkartenaktion spült noch nicht die Mittel in die Kasse, die nötig sind, um die Sicherheiten zu leiten, die die DVL einfordert. Nicht ausgeschlossen daher, dass Wuppertal seinen Platz ausgerechnet für Lindow-Gransee freigibt. Ein Spiel steht noch aus: Am kommenden Sonnabend beim Tabellendritten in Lüneburg.
Vor dem letzten Heimspiel am Sonnabend spekulierte der Fan, davon kamen immerhin noch mehr als 200 in die Dreifelderhalle, auf eine Quote von zwei Punkten aus fünf Bällen, also pro Satz lässt der souveräne Erste den Gastgebern 15, 16 Punkte. Doch Lindow-Gransee trat mit einer Leichtigkeit in den Aktionen auf und einer recht stabilen Annahme, wie schon lange nicht mehr. Der Druck war weg, der Spaß im Team permanent zu spüren. Klasse Aktionen im Feld und mit Auge gespielte Angriffe ließen die Zuschauer staunen. So führte das Team von Torsten Spiller im ersten Satz nicht nur knapp, es hatte sich fünf Satzbälle erarbeitet. Den vierten nutzte der Heimsechser – die Dreifelderhalle tobte. Trainer Michael Kohne: „Wir waren schon überrascht von der kleinen Halle und der sehr lautstarken Atmos-phäre. Es hat hier riesigen Spaß gemacht.“
Das konnte er auch sagen, denn nach dem 22:25 im ersten Satz („Der erste Satz geht in der Fremde meistens an die Gastgeber.“) drehte der Tabellenführer auf und glich mit 25:20 aus, brachte sich mit 25:17 in Führung und gewann den vierten Satz mit 25:17.
Der Tenor nach dieser Niederlage aber war deutlich, wie Abteilungsleiter Frank Seeger zusammenfasste: „Mit so einer Leistung kann man sich verabschieden. Die Punkte haben wir nicht heute verloren, sondern in anderen Spielen.“ Damit blickt er kopfschüttelnd auf die missglückten Partien gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Und in diesem waren in dieser dritten Zweitliga-Saison des SV Lindow-Gransee viele gefangen.