Das vergleichsweise geringe Interesse der Fans am Frauenfußball hat nach Ansicht von Nationaltorhüterin Almuth Schult mit dessen erst 50-jähriger Geschichte in Deutschland zu tun.
Die 29-Jährige vom Vfl Wolfsburg sagte im Interview von „go!d - Das Magazin der Deutschen Sporthilfe“, bei vielen sei der Frauenfußball noch nicht modern genug im Kopf, weswegen die Leute sich nicht nachhaltig dafür interessieren. „Unser Problem ist oftmals, dass die Menschen unsere Gesichter nicht kennen. Kaum jemand kann aus dem Stegreif drei aktuelle Fußball-Nationalspielerinnen nennen“, sagte Schult.
Um das zu ändern, brauche es auch mehr Präsenz in den Medien über die Weltmeisterschaft hinaus. „Wir müssen deshalb weiter daran arbeiten, unsere Namen und Gesichter stärker zu positionieren, wir brauchen ein Gesamtkonzept, aus dem etwas Nachhaltiges entsteht“, sagte die derzeit nach der Geburt ihrer Zwillinge noch im Aufbautraining befindliche Torhüterin, die im EM-Qualifikationsspiel gegen Irland am 19. September (14.00 Uhr/ZDF) in Essen fehlt.
Ihr Ansatz dafür sei, Interviews zu geben und öffentliche Auftritte wahrzunehmen. Das gehe auch, ohne intime Details preiszugeben. „Jeder kann nachlesen, dass ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, man kennt meinen Werdegang. Das sind Sachen, die wichtig sind, um dem Nachwuchs zu zeigen: Auch aus der Provinz kommend ist es möglich, Fußballprofi zu werden, wenn man es nur möchte. Warum soll ich dafür meinen Mann, meine Kinder, meine Familie in den Vordergrund stellen“, fragte die Wolfsburgerin.
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