Die Zahlen sind einfach beeindruckend: 1998 fuhr Trixi Worrack als Juniorin ihre erste WM. Bis zum Jahr 2018 war die bald 39-Jährige 21 Mal in Folge Teil der deutschen Nationalmannschaft, erst 2019 verpasste Worrack erstmals den Sprung in den Kader. Nach dieser Unterbrechung ist die elffache deutsche Meisterin in diesem Jahr bei den nach Imola/Italien verlegten Titelkämpfen (24. bis 27. September) wieder dabei und startet im Frauen-Straßenrennen.

Worrack stellt sich in den Dienst der Mannschaft

„Es fühlt sich natürlich gut an, wieder dabei zu sein“, sagt Worrack, die Ende August schon die deutschen Farben bei der Europameisterschaft in Plouay/Frankreich vertreten durfte. „Meine Rolle wird die der Helferin sein. Ich hoffe, ich kann lange für die Mannschaft arbeiten. Ich fühle mich echt gut in Form“, erklärt Worrack, die 2006 bei der WM in Salzburg mit der Silbermedaille ihren größten Einzelerfolg feierte.

Endlich wieder Spaß am Radfahren

Nach einem komplizierten Jahr 2019 mit zahlreichen Stürzen und demoralisierenden Verletzungen („Das Jahr war richtig scheiße.“), die Worrack sogar als schlimmer als den Verlust einer Niere im Jahr 2016 empfand, hat die fünffache Team-Weltmeisterin wieder den Spaß am Radfahren gefunden – trotz der Unbilden von Corona. „Ich bin gut durch die Zeit gekommen, konnte gut und verletzungsfrei trainieren und fahre seit Mitte Juli wieder Radrennen“, sagt Worrack, die zuletzt bei einer Rundfahrt in Frankreich und zwei Ein-Tages-Rennen in Belgien Rennkilometer sammelte.

Karriereende frühestens 2021

Sogar ihre Pläne, die Karriere am Ende des Jahres zu beenden, hat das Mitglied vom RK Endspurt 09 Cottbus ad acta gelegt. Worrack geht 2021 in ihre 19. Saison als Profi – eine ebenfalls beeindruckende Zahl. Ihr auslaufender Vertrag bei Trek Segafredo Women wurde bereits im August um ein weiteres Jahr verlängert. „Ich habe ein Angebot bekommen. Warum also nicht? Ich kann im Team meine Aufgaben noch erfüllen und freue mich auf 2021“, sagt die noch 38-Jährige, die 2003 bei der damaligen Equipe Nürnberger erstmals als Profi im Frauen-Peleton auftauchte.

Trainerjob am Olympiastützpunkt denkbar

Parallel treibt Worrack, die seit einigen Jahren mit ihrer Partnerin in Erfurt heimisch geworden ist, ihre Planungen für die Zeit nach der Rad-Karriere voran. Nach wie vor steht das Angebot, am Olympiastützpunkt Thüringen als Trainerin einzusteigen – aufgrund der Olympia-Verschiebung jetzt ab 1. Januar 2022. Das passt zu Worracks Plänen für 2021. Ihre fünfte Olympia-Teilnahme nach 2004, 2008, 2012 und 2016 im kommenden Jahr in Tokio spielt dagegen derzeit keine Rolle in ihren Gedanken: „Da gucke ich überhaupt nicht drauf. Ich denke auch, Olympia 2021 findet nicht statt. Deshalb fahre ich auch nicht weiter. Im Vordergrund steht einfach das Team – da bin ich sehr glücklich“, sagt Trixi Worrack.

Worracks bisherige WM-Ergebnisse


1998 – Valkenburg Weltmeisterin EZF (Juniorin)

1999 – Verona 2. Straße, 3. EZF (Juniorin)

2000 – Plouay 30.

2001 – Lissabon 17.

2002 – Zolder DNF

2003 – Hamilton 16.

2004 – Verona 4.

2005 – Madrid 10. Zeitfahren: 36.

2006 – Salzburg 2. Zeitfahren: 9.

2007 – Stuttgart 18.

2008 – Varese 5.

2009 – Mendriso 29. Zeitfahren: 12.

2010 – Melbourne 7.

2011 – Kopenhagen 64.

2012 – Limburg 57. Zeitfahren: 8. Team-Zeitfahren: 1.

2013 – Florenz 20. Zeitfahren: 5. Team-Zeitfahren: 1.

2014 – Ponferrada 32. Zeitfahren: 10. Team-Zeitfahren: 1.

2015 – Richmond 12. Zeitfahren: 10. Team-Zeitfahren: 1.

2016 – Katar 73. Zeitfahren: 7. Team-Zeitfahren: 2.

2017 – Bergen 52. Zeitfahren: 17. Team-Zeitfahren: 4.

2018 – Innsbruck DNF Zeitfahren: 15. Team-Zeitfahren: 1.

2019 – Yorkshire nicht am Start