Der 1. FC Union Berlin will in dieser ohnehin schon grandiosen Saison unbedingt noch dieses eine Spiel im Olympiastadion bestreiten. Das Finale im DFB-Pokal am 21. Mai dürfte dann zu einem Heimspiel für die Eisernen aus Köpenick werden.
Die Hürde auf dem Weg in dieses Finale ist allerdings hoch. Union Berlin muss an diesem Mittwoch zum Halbfinale bei RB Leipzig antreten (Beginn um 20.45 Uhr) – also auswärts.


Union Berlin will „Überraschung“ schaffen

Klar ist schon jetzt: Auf dem Weg zur von Trainer Urs Fischer angestrebten „Überraschung“ – also der ersten Final-Teilnahme seit dem Jahr 2001 – kann sich die Mannschaft auch in Leipzig auf die Unterstützung der Fans verlassen. Bis zu 10 000 Anhänger werden das Team begleiten. „Worauf du dich bei Union Berlin immer verlasen kannst – das sind die Fans. Wir fahren gemeinsam mit unseren Fans mutig nach Leipzig und wollen für die Überraschung sorgen“, betont Mittelfeldspieler Rani Khedira.
Vorbild für Union Berlin ist dabei ausgerechnet Eintracht Frankfurt. Die Hessen waren am Ostersonntag bei der 0:2-Niederlage im Stadion An der Alten Försterei zwar chancenlos, bekamen aber noch einmal jede Menge Anerkennung für den grandiosen Auftritt von Mannschaft und Fans in der Europa League beim FC Barcelona. „Wir gratulieren euch zu eurem Auswärtssieg in Barcelona und ziehen unseren Hut vor dem 30 000 Auswärtsfans in Barcelona“, sagte Stadionsprecher und Medienchef Christian Arbeit. Danach gab es viel Beifall von den Union-Fans.
Derart freundlich wird der Empfang für die Anhänger der Eisernen am Dienstagabend in Leipzig ganz sicher nicht ausfallen. Beide Clubs zelebrieren schon seit Jahren eine gepflegte Abneigung. 6700 Gäste-Tickets stehen Union Berlin offiziell in der 47 000 Zuschauer fassenden Arena zur Verfügung. Man rechne aber mit „deutlich mehr“ eigenen Fans, wie Christian Arbeit ankündigte. Es werde mit insgesamt 8000 bis 10 000 Fans gerechnet, heißt es im Fan-Umfeld des Clubs.
Zahlreiche Anhänger haben sich offenbar Karten im freien Verkauf gesichert. Zu jedem Ticket für den Gästebereich erhält jeder Unioner übrigens gratis einen roten Kapuzenpullover mit der Aufschrift „Volle Pulle Union“. Der Spruch ist eine Anspielung auf das RB-Konstrukt mit Getränke-Milliardär Dietrich Mateschitz als Geldgeber.

RB Leipzig freut sich auf Union-Fans

In den Internetforen werden zudem Aktionen wie Aufmärsche und ein Stimmungsboykott in den ersten Spielminuten diskutiert. Solche Schweigeminuten hatte es auch in der Vergangenheit bei den Spielen gegen RB Leipzig immer wieder gegeben.
Auch bei RB Leipzig freut man sich auf die Stimmung in diesem Pokal-Halbfinale. „Da habe ich richtig Bock drauf. Das wird eine geile Stimmung, wenn die Unioner Fans rüberkommen. Heim- und Auswärtskulisse werden überragend sein“, kündigte RB-Nationalspieler Marcel Halstenberg an.
In jedem Fall reist Union Berlin hochmotiviert nach Leipzig. Die Mannschaft kann eine schon jetzt starke Saison nun mit dem Einzug in das DFB-Pokalfinale krönen. Der Sieg gegen Eintracht Frankfurt war der dritte Erfolg nacheinander. Es ist schon jetzt eine Rekord-Saison für die Eisernen. 13 Siege hat Union Berlin in der Meisterschaft schon geholt – das ist Vereinsrekord. Auch 47 Punkte gab es zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nie. „Wir werden alles tun, was in unserer Hand liegt, um ins Finale einzuziehen“, kündigte Kapitän Grischa Prömel an: „Das hat sich die ganze Union-Familie verdient.“ Zumal ein beträchtlicher Teil davon in Leipzig vor Ort sein wird.
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