Der zurückliegende Auftritt des Hennigsdorfer RV II gegen den RC G Potsdam II war nicht nur der erhoffte Auswärtserfolg. Vielmehr war es auch eine Bestätigung für ein Projekt, welches Norman Brennert als Vorhaben „mit einem besonderen Touch“ bezeichnet.
Die Brandenburgliga der Ringer ist wieder angelaufen. Und sie läuft ganz nach den Vorstellungen des 1. HRV. Er sei sehr zufrieden, sagt Brennert, der den Kampfbetrieb mit seinem Verein 2019 ins Leben rief. Das Besondere: „Die Brandenburgliga ist eine Mixedstaffel. Das ist ein Novum in ganz Deutschland. Ich bin der Staffelleiter.“

Wohin nach der Sportschule?

Die Idee war vor zwei Jahren entstanden, da sich bei den Hennigsdorfern weiblicher Nachwuchs zwar entwickelte, aber die Gefahr bestand, in der Luft zu hängen, vielleicht sogar von Bord zu gehen. Das Problem: „Wir haben die Mädchen nicht gehalten bekommen, wenn sie von der Sportschule gekommen sind“, blickt Brennert zurück. Jungs hätten die Trainerlaufbahn eingeschlagen oder ganz normal weitergerungen.

Brandenburgliga weiter im Aufwind

Das Auffangbecken für weibliche Talente ist mittlerweile die Brandenburgliga geworden. „Wir haben einen Weg gefunden, wie sie sportlich bei uns bleiben“, lobt Brennert die Entwicklung dieser Liga. Von 13 Jahren bis zu den Erwachsenen gehen dort Mädchen und Jungen, Frauen und Männer auf die Matte. Denn die Tendenz geht für den Hennigsdorfer weiter in die richtige Richtung. Das Interesse an der Brandenburgliga steigt.
Warum das so ist, dafür hält Norman Brennert eine Erklärung parat: „Das Frauen-Ringen ist erst seit 2004 olympisch. Jetzt nimmt es immer weiter zum, dass auch Mädchen das machen.“ Warum? „Die meisten Eltern, die zu uns kommen, haben sich Gedanken gemacht. Sie suchen einen Kampfsport, um ihre Mädels auf die Welt vorzubereiten. Ihr Hauptaugenmerk liegt dafür auf dem Kampfsport.“

Das Duell mit Potsdam

- Den Auftakt beim RC G Potsdam II entschied der 1. HRV II souverän mit 17:10 für sich.
- 52 kg männlich: Hier konnte Hennigsdorf keinen Gegner stellen, die vier Punkte gingen nach Potsdam.
- 130 kg griechisch/römisch – männlich: Das ausgeglichene Duell gegen Simon Pabstdorf entschied der Hennigsdorfer Till Kosanke mit einem Schultersieg für sich. (4:4)
- 55 kg – weiblich: Im Vergleich der beiden Sportschülerinnen, Vanessa Fleischer und Melory Ihm gehen in eine Klasse, hatte Letztere den längeren Atem. Die Hennigsdorferin sicherte sich einen 5:4-Punktsieg. (4:5)
- 92 kg/Freistil – männlich: Hennigsdorfs Paul Bardele zeigte nach einem ruhigeren Anfang schöne Beinangriffe und beendete den Kampf gegen Paul Krüger mit einem Schultersieg. (4:9)
- 61 kg/griechisch/römisch – männlich: Nataniel Troczynski, ein Hennigsdorfer Eigengewächs, welches die Sportschule in Frankfurt (Oder) besucht, hatte mit dem Potsdamer Benjamin Schkölzinger keine Probleme. Am Ende stand ein 16:0-Erfolg mit Technischer Überlegenheit zu Buche. „Nataniel hat eine sehr gute Entwicklung genommen“, lobt Norman Brennert. (4:13)
- 80 kg griechisch/römisch – männlich: Ähnlich deutlich war es im folgenden Duell. Diesmal lief es jedoch besser für Potsdam. Maurice Krüger siegte gegen Max Falkenberg mit Technischer Überlegenheit. (8:13)
- 65 kg – weiblich: Zwischen Laura Hinsche und der Hennigsdorferin Josie Schröder entwickelte sich ein Kampf auf technisch und taktisch ansprechendem Niveau. Besser lief es für Hinsche – 5:2 nach Punkten. (10:13)
- 71 kg/Freistil – männlich: Beim Hennigsdorfer Valentin Tonschev war es deutlich zu spüren, dass er lange nicht gerungen hat. Allerdings kam der Bulgare nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser in dieses Duell. Beim Zwischenstand von 14:11 warf Potsdam das Handtuch. Michel Penkert hatte sich an der Hüfte verletzt. (10:17-Endstand)