Die erste Unterbrechung des Spiels leitet Schiedsrichter Bastian Dankert gleich zu Beginn der Partie ein. Union-Fans hielten Transparente mit der Aufschrift "2017 Kollektivstrafen abgeschafft, nun Hopp hofiert und zwei Schritte zurück gemacht. F*** dich, DFB" nach oben und skandierten lautstark "Ihr macht unseren Sport kaputt". 
Als Schiedsrichter Dankert die Partie kurz unterbrach schallten wütenden Pfiffe von der Waldseite. Auf anderen Tribünenteilen entwickelten sich teils heftige Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegner des Fanprotestes.
Die zweite Unterbrechung sollte nicht lange auf sich warten lassen. In der 44. Spielminute hissten Union-Anhänger einen Banner in die Luft, auf dem das Konterfei Dietmar Hopps im Fadenkreuz zu sehen war. „Aufhören, aufhören“-Rufe und Pfiffe schallten von den anderen Tribünen, während Dankert die Teams für gut zehn Minuten in die Kabine schickte.
Union-Spieler redeten auf die Anhänger ein bevor es in die Kabine ging. Stadionsprecher Christian Arbeit mahnte: "Es gibt einen dreistufigen Plan. Wir kenne den alle! Jeder einzelne hier im Stadion weiß das. Kopf einschalten bitte! Lass uns Fußball spielen." Muss Schiedsrichter Dankert die Partie erneut unterbrechen, wird das Spiel abgebrochen.
Nach dem Spiel setzten die Union-Anhänger noch einen drauf und hissten den nächsten Banner. „Jahrelang die Kritik überhört, und sich nun an Ausfälligkeiten gestört“, war darauf zu lesen.
Bereits am Sonnabend in der Partie zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern München musste die Partie zwei mal unterbrochen werden. Der Mäzen der TSG 1899 Hoffenheim und der Vorstandschef des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge - seit Jahren gute Freunde - beobachteten sichtlich ergriffen die bemerkenswerte Aktion ihrer Mannschaften.
Nach wiederholten Hass-Plakaten gegen Mäzen Hopp ließen beide Teams die Uhr bei der Bundesliga-Partie in Sinsheim fast eine Viertelstunde lang nur noch herunterlaufen - das da schon feststehende 6:0 (4:0) der Bayern spielte keine Rolle mehr. "Das ist ein schwarzer Samstag", sagte Rummenigge wenig später. (mit dpa)

Union Berlin gegen VfL Wolfsburg - die Partie im Check

Die Lage:  Vor der Partie standen die Unioner mit 29 Punkten und Platz 10 näher an den internationalen Plätzen als den Abstiegsrängen. Ein Umstand, der in der Wuhlheide immer noch keine Sicherheit verspricht. „Die Zwischenbilanz ist gut“, sagt Unions Geschäftsführer Sport Oliver Ruhnert, verweist aber darauf, dass noch einige Punkte zum Klassenerhalt fehlen würden. Ein wichtiger kam dazu, während die Wolfsburger den möglichen Sprung auf Rang 6 verpassten.
Die Vorgeschichte: Gleich zwei ehemalige Wolfsburger steckten diesmal im Trikot des 1. FC Union. Yunus Malli ist bis zum Saisonende vom Mittelkanal nach Köpenick ausgeliehen. Für Christian Gentner war es eine besonders Partie. Mit 19 Jahren absolvierte er sein erstes Bundesligaspiel, wurde 2007 mit dem VfB Stuttgart und zwei Jahre später mit Wolfsburg jeweils Deutscher Meister. Nun wurde er von Ruhnert mit einem passenden Bild für sein 400. Spiel in der deutschen Beletage geehrt. „Wir sind stolz, dass er dieses Jubiläum bei uns feiern kann“, befand Stadionsprecher Christian Arbeit über den Leistungsträger. Applaus gab es von beiden Fanseiten, in der 73. Minute kam für ihn Grischa Prömel in die Partie.
Die Tore:
1:0  Sebastian Andersson (41.), steigt höher als VfL-Torwart Koen Cateels, der beim Herunterkommen unglücklich fällt und behandelt wird, und trifft per Kopf
2:0 Marvin Friedrich (56.), nach Trimmel-Freistoß von der rechten Seite trifft der Verteidiger am ersten Pfosten lauernd per Kopf
2:1 Yannick Gerhardt (60.), der Mittelfeldspieler erzielt nach einer Arnold-Ecke den dritten Kopfballtreffer der Partie.
2:2 Wout Weghorst (81.), Kopfballtreffer Nummer vier nach einer Flanke von Joao Victor.
Die Startelf und Taktik:
Der 1. FC Union  vollzog die nach dem 2:1 bei Eintracht Frankfurt erwarteten Änderungen. Kapitän Christopher Trimmel rückte für Julian Ryerson wieder in die Startelf. Und Keven Schlotterbeck erhielt den Vorzug als zentraler Innenverteidiger vor Florian Hübner. Das bewährte System mit Dreier-Abwehrkette, die bei Ballverlust durch Trimmel und Christopher Lenz verstärkt wurde, behielt Trainer Urs Fischer ebenso bei wie Sebastian Andersson als ballsichernde einzige Spitze.
Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner tauschte nach dem Weiterkommen in der Europa League gegen Malmö FF auf zwei Positionen. Mbabu und Ginczek ersetzten Mehmedi und Schlager (beide Bank). Taktisch ließ er sein Team mit Viererkette und  zwei Spitzen (Weghorst und Ginczek) durchaus offensiv antreten.
Die Stimmen zum Spiel: 
Urs Fischer: Ich verstehe, wenn man seine Meinung sagt. Aber die Art und Weise ist entscheidend. Das hat mit Anstand und Respekt zu tun. Das war es nicht. Mit dem Punkt bin ich zufrieden.
Marvin Friedrich (1. FC Union). Solch ein Protest gehört nicht in das Stadion, das haben wir auch versucht, den Fans zu sagen. Über mein erstes Bundesliga-Tor bin ich froh, aber schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat nach einer 2:0-Führung.
Christopher Trimmel (Union-Kapitän): Ich bin ein Freund von Protesten, aber wenn es so persönlich wird, dann geht das nicht. Ich hoffe, dass wir uns jetzt wieder auf Fußbal konzentrieren können. Es war auf jeden Fall ein gewonnener Punkt.
Christian Gentner: Ich weiß nicht, ob ich mich noch lange an meine 400. Bundesliga-Spiel erinnern werde. Dass die Proteste so persönlich werden, ist nicht zu akzeptieren. Die Fans haben gesagt, dass es nicht gegen uns geht. Wir werden keinen Keil zwischen die Fans und das Team treiben lassen, aber wir dürfen auch anderer Meinung sein.