Uwe Hohns Wurf auf unglaubliche 104,80 Meter ist auch am 60. Geburtstag des einstigen Speerwerfers noch immer ein Unikat. Nachdem der damalige DDR-Leichtathlet am 20. Juli 1984 bei einem Sportfest im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark als erster Mensch die 100-Meter-Marke übertroffen hatte, wurde ein neuer Speer mit verändertem Schwerpunkt eingeführt, um solche Weiten künftig zu vermeiden.
Mit dem neuen Gerät gewann 2021 der von ihm in Tokio betreute Inder Neeraj Chopra Olympia-Gold - eine späte Genugtuung auch für den gebürtigen Neuruppiner, der an diesem Samstag 60 Jahre alt wird.
Den Triumph von Chopra hatte er unmittelbar nach dem Medaillenkampf in Tokio als „schönen Schock“ bezeichnet. Nun teilte Hohn auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur per Mail mit: „Ich habe nichts mehr mit N. Chopra zu tun.“ Außerdem spreche er nicht mehr mit deutschen Medien. Chopra zählt bei der WM in Eugene in den USA, die an diesem Freitag beginnt, erneut zu den Titelkandidaten.
Der Ausnahmewerfer Hohn konnte seinen großen Wurf als 22-Jähriger wenig später bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles nicht vergolden. Die DDR hatte sich dem Boykott von Ostblockstaaten im Gefolge der früheren Sowjetunion angeschlossen. Vier Jahre zuvor hatten westliche Länder die Sommerspiele in Moskau wegen des Einmarsches der Sowjetunion in Afghanistan boykottiert.
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Über seinen Jahrhundertwurf wollte Hohn „am liebsten“ nicht mehr gern reden, wie der Europameisters von 1982 einmal dem Berliner „Tagesspiegel“ sagte - auch wegen der Doping-Enthüllungen nach dem Mauerfall und dem Ende der DDR. Nach Operationen und Bandscheibenproblemen musste er schon 1987 seine Laufbahn beenden.
Die Speerwurf-Rekorde mit dem alten Gerät sind gelöscht und eine neue Bestenliste eingeführt worden. Mit dem neuen Speer haben sich bisher vor allem zwei Werfer wieder der 100-Meter-Marke angenähert. Der Tscheche Jan Zelezny, der 1996 in Jena den noch gültigen Weltrekord von 98,48 Meter warf. Vor zwei Jahren schaffte der Offenburger Johannes Vetter im polnischen Chorzow mit 97,76 Metern den zweitweitesten Wurf.