Vor diesem letzten Spieltag war klar, dass zwei deutliche Siege nötig sein werden, um auch am Ende die Tabellenführung zu behaupten. Gleich das erste Spiel gegen den Zweitplatzierten und einzig verbliebenen Konkurrenten um den Titel, offensiv Eisenhüttenstadt, war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten. Knapp 120 lautstarke Zuschauer in heimischer Marienberghalle sahen über anderthalb Stunden ein packendes Duell zweier nahezu gleichwertiger Teams.
Nachdem der erste Durchgang mit 25:22 gewonnen wurde, sahen sich die Brandenburgerinnen nun in der Defensive und kurz vor dem Satzausgleich. Erst auf der Zielgeraden und dank starker letzter Minuten wurde auch der zweite Satz gewonnen und eine Vorentscheidung herbeigeführt. Es änderte jedoch nichts daran, dass die Eisenhüttenstädterinnen weiterhin starke Gegenwehr boten und die nun folgende Schwächephase des VC Blau-Weiß zum verdienten 1:2-Satzanschluss nutzten.
Neu motiviert und mit klarem Ziel vor Augen bot der knappe vierte Abschnitt wieder tolle Aktionen beider spielstarker Mannschaften. Erneut waren es die starken letzten Minuten im Satz, die letztlich den Unterschied ausmachten und dabei halfen, den ärgsten Verfolger mit 3:1- Sätzen zu bezwingen.
Mit dem Wissen das auf dem Papier schwerere Spiel gewonnen zu haben, war dann dem Heimteam im Spiel gegen Motor Hennigsdorf der Druck des Gewinnenmüssens deutlich anzumerken. Spielerisch nicht mehr so überzeugend wie im Spiel zuvor, fällt der am Ende hart erkämpfte 3:1-Erfolg unter die Kategorie Arbeitssieg. Die Hennigsdorferinnen wehrten sich nach Kräften und beeindruckten mit einer überragenden Feldabwehr und einem risikoreichen Angriffsspiel.
Die Mannschaft um Spielführerin Janett Kordua hatte lange Zeit größte Mühe sich zu behaupten. Dank einiger Spielerwechsel des großen ausgeglichenen Kaders, gepaart mit großem Willen, behielten die Blau-Weißen letztlich verdient die Oberhand und erspielten sich den angestrebten zweiten Tagessieg. Mit einem Ass beendete Sophie Neuberger diese mental anstrengende Partie und gab so den Startschuss für den kollektiven Jubel der gesamten Halle.
Mit 56 Punkten und 20 Siegen aus 24 Spielen sind die VC Blau-Weiß nun nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen und dürfen sich fortan erstmals Landesmeisterinnen nennen. Damit verbunden steht das Recht in der kommenden Saison in der Regionalliga anzutreten, wo der Verein aktuell die Rahmenbedingungen prüft und hofft, in zwei Wochen die offizielle Meldung abgeben zu können.
VCB: Janett Kordua, Rebecca Krause, Sophie Neuberger, Caroline Voigt, Anna Zehle, Victoria Saage, Frederike Schubert, Nicol Fiedler, Ulrike Hönig, Lisa Alex, Stefanie Weber, Vanessa Smaka, Saskia Böttger, Olivia Vogel.