"Ich hatte geplant, zu meinem 80. mit meiner Frau nach Dresden in die Semper-Oper zu fahren. Danach wollten wir uns mit meinen ehemaligen Sportlern, den Olympiasiegern André Hoffmann, Uwe-Jens Mey und meinem früheren Trainer-Kollegen Rainer Mund bei einem Glas Wein zusammensetzen. Leider musste ich wegen des Virus absagen."
Franke zog sich mit Ehefrau Ingrid auf die Datsche nach Biesenthal (Barnim) zurück. Glückwünsche konnte er nur per E-Mail, Telefon oder mit Glückwunschkarten entgegennehmen. "Wenn wirklich einer vorbeikommt. Ein Schnaps über den Gartenzaun geht immer", lächelt Abstinenzler Franke. Der ehemalige Eishockeyspieler und Eisschnelllauftrainer  stieg mit Fleiß und Mühen als Eishockey-Schüler vom Jahnstadion in Weißwasser zu einem gefürchteten Puckjäger und später zu einem in aller Welt geachteten Trainer auf.
Zahlreiche Auszeichnungen
Er nahm aus den Händen von Erich Honecker 1988  den Orden "Banner der Arbeit" entgegen. Franke traf sich mit dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder. 2002 erhielt er vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau das Bundesverdienstkreuz. Die Internationale Eislaufunion ehrte ihn mit ihrem höchsten Orden und zu Sowjetzeiten wurde er zum "Verdienten Meister des Sport der UdSSR" ernannt. "Ich muss mich nicht verbiegen. Ich habe mir alles erarbeitet", sagt er.
"Weißwasser ist der Ausgangspunkt meiner Laufbahn. Dort wurden mir alle Wege geebnet, die ich gehen konnte oder eben auch nicht. Es lag allein an mir. Ich mischte 1952 in Schierke bei den Pionier-Meisterschaften mit. Ich bekam einen Schläger ins Gesicht. Die Narben trage ich bis heute mit mir herum." Insgesamt brachte es der Lausitzer auf 116 Länderspiele,  sechs Weltmeisterschaften  und  die Olympischen Spiele 1968 in Grenoble. Angesichts des riesigen Erfolgsbooms später als Eisschnelllauftrainer  mit 18 olympischen Medaillen und 22 Weltmeistertiteln – von Europameisterschaften und Weltcups ganz zu schweigen – könnte der zweifache Vater, dreifache Opa und dreifach Uropa  die Eishockey-Zeit wegdrücken. "Für mich war es ein riesiger Moment, als uns DDR-Eishockeyspielern 1999 die EM-Bronzemedaillen überreicht wurden, die wir 1966 erkämpft hatten. Die man damals aber einfach unter den Tisch fallen ließ. Ohne Eishockey und ohne Weißwasser, wären mir spätere Trainer-Erfolge nicht beschieden worden."
Franke lernte Elektriker, strampelte manchmal 30 Kilometer zur Arbeit, um am Abend den Eishockeyschläger zu schwingen. 1972 bekam der Torjäger  den Befehl, das Training der Eisschnellläufer von Dynamo Berlin zu übernehmen.  Er übernahm in seiner neuen Funktion auch Claudia Pechstein. 16 Jahre arbeiteten beide zusammen. Franke führte die Berlinerin zu fünf Olympiasiegen. "Das sind unvergessliche Erlebnisse. Es schmerzt mich immer wieder, dass Claudia in der sogenannten Dopingaffäre unschuldig, schuldig gesprochen wurde."

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