• Im Ost-Derby der Fußball-Bundesliga zwischen Union Berlin und RB Leipzig setzten sich die Gastgeber verdient mit 2:1 (2:0) durch.
  • Vor der Partie gegen RB Leipzig wurden Jordan Siebatcheu und Christopher Trimmel geehrt.
  • Union Berlin spielt wieder am 27. August beim FC Schalke 04 und trifft auf alte Bekannte.

So ist die Lage nach dem Ost-Derby Union Berlin gegen RB Leipzig

Die Lage könnte nicht besser sein. Union Berlin ist jetzt bereits saisonübergreifend seit zehn Spielen ungeschlagen, bezwang RB Leipzig zum vierten Mal in Folge in der Liga. Und besonders kurios – zum vierten Mal mit 2:1. Die Köpenicker haben mit sieben Punkten nach drei Spielen den besten Saisonstart seit dem Aufstieg hingelegt. Bei RB Leipzig zieht dagegen Ernüchterung ein. Von einem Konkurrenten für den FC Bayern im Titelkampf war an der Wuhle wenig zu sehen. Platz 11 mit zwei Punkten unterstreichen dies.

Union Berlin gegen RB Leipzig – so fielen die Tore

1:0 Jordan Siebatcheu (34.)
Der Sechs-Millionen-Neuzugang zeigt wieder einmal seinen Wert für die Eisernen. Nach einem tollen Pass von Janik Haberer auf Sheraldo Becker muss der Unioner den Ball nur noch einschieben.
2:0 Sheraldo Becker (38.)
Nach einem im Mittelfeld von Andras Schäfer gewonnenen Zweikampf kommt der Ball zum Niederländer, der in den Strafraum stürmt, Josko Gvardiol austanzt und mit links vollendet.
2:1 Willy Orban (83.)
Der Leipziger steigt bei einem Eckball am höchsten und köpft den Ball ein.

Union Berlin gegen RB Leipzig – so gingen beide Teams ins Derby

Bei Union Berlin nahm Traiiner Urs Fischer eine Änderung vor. Im Mittelfeld bekam Andras Schäfer den Vorzug vor Genki Haraguchi. Ansonsten rückte Julian Ryerson im Vergleich zum 0:0 beim FSV Mainz 05 wieder auf die linke Abwehrseite, rechts verteidigt dafür Kapitän Christopher Trimmel.
RB Leipzig konnte wieder auf die zuletzt angeschlagenen Josko Gvardiol und Konrad Laimer setzen. Was Trainer Domenico Tedesco dazu nutzte, sowohl den kroatischen Verteidiger als auch den österreichischen Mittelfeldspieler in die Startformation zu beordern. Im Tor stand nach der Verletzung von Kapitän Peter Gulacsi wie angekündigt Janis Blaswich, der seine Bundesliga-Premiere feiert.

Union Berlin gegen RB Leipzig– so lief das Ost-Derby

Den Spitzfindigkeiten beider Seiten folgen noch vor dem Anpfiff zwei Ehrungen. Erst stellte noch einmal Stadionsprecher Christian Arbeit die unterschiedlichen Wertevorstellungen beider Vereine verbal dar, die RB-Fans antworteten mit einem Banner „Rasenballsport Leipzig“ ausgerechnet im weinrot des echten Erzfeindes der Eisernen – BFC Dynamo. Anschließend erhielten Christopher Trimmel als „Unioner des Jahres“ sowie Siebatcheu als Torschützenkönig der Schweizer Superleague ihre Trophäen.
Nach dem Anpfiff stellten die Unoner schnell klar, dass sie den vierten Erfolg in Folge gegen die Sachsen wollten. Trotz der zunächst wie angekündigt fehlenden Unterstützung war das Team von Trainer Urs Fischer sofort griffig, grätschte die Leipziger ab. Und pünktlich zur Anfeuerungsexplosion nach 15 Minuten hatte Ryerson die erste Chance. Bei den Gästen fiel vor allem Rückkehrer Timo Werner auf, der sich mit geschickten Laufwegen der Bewachung des Öfteren entzog, aber nur den Pfosten traf (19.). Kurz darauf bebte aber wie der die Alte Försterei, als die Köpenicker das Starensemble der Gäste zweimal lehrbuchreif auskonterten und Siebatcheu sowie Becker, der zudem mehrfach mit Gviardol Schlitten fuhr, ihre Treffsicherheit unter Beweis stellten.
Union Berlin ließ auch nach der Pause wenig anbrennen. Zumal die Leipziger irgendwie seltsam gehemmt wirkten. kaum noch etwas lief nach vorne, was den Platzherren und ihren Fans Sorgen bereitete. Bis die Schlussphase kam, und die Leipziger den Anschluss schafften. Danach hatten sie auch etwas Glück und mussten zittern, als Amadou Haidara nur knapp daneben schoss, ehe der verdiente Sieg feststand.

Union Berlin gegen RB Leipzig – die Statistik im Ost-Derby

Union Berlin – RB Leipzig 2:1 (2:0)
Union Berlin: Rönnow - Jaeckel, Knoche, Diogo Leite - Khedira - Trimmel, Schäfer /4. Thorsby), Haberer (74. Haraguchi), Ryerson (80. Gießelmann) - Siebatcheu (62. Behrens), Becker (74. Michel)
RB Leipzig: Blaswich - Simakan, Orban, Gvardiol (46. Halstenberg)- Henrichs, Laimer (72. Silva), Kampl, Raum - Olmo (79. Forsberg) - Werner, Nkunku
Tore: 1:0 Siebatcheu (34.); 2:0 Becker (38.), 2:1 Orban (83.); Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach); Zuschauer: 21.056); Gelbe Karten: Rönnow, Behrens/Kampl

Die Stimmen zum Ost-Derby Union Berlin gegen RB Leipzig

Christopher Trimmel (Kapitän Union Berlin): „Ich weiß nicht, warum wir zum vierten Mal 2:1 gegen Leipzig gewonnen haben. Das Trainerteam hat uns einfach einen sehr guten Matchplan an die Hand gegeben, der voll aufgegangen ist. Wir waren super eingestellt und hatten ein bisschen Glück wie beim Pfostenschuss von Timo Werner gehört auch dazu.“
Robin Knoche (1. FC Union Berlin): „Das Gegentor war unnötig, aber dass wir damit die Tabellenführung verpasst haben, damit kann ich gut leben. Wir haben sehr intensiv in den Zweikämpfen agiert, Umschaltmomente kreiert und wenig zugelassen. Da gehst du halt auch als Sieger vom Platz.“
Timo Werner (RB Leipzig): „Wer haben das Spiel gut begonnen und uns gute Momente erarbeitet. Aber dann sind wir ungeduldig geworden. Dafür sind wir bestraft worden.“
Domenico Tedesco (Trainer RB Leipzig): „Wir sind gut ins Spiel gekommen, hatten ein gutes Gefühl bis zur 30 Minute. Dann haben wir gespielt, wie von Union erhofft. Das war unnötig. Ansonsten war der Matchplan klar zu sehen und nicht das Problem, sondern die Einhaltung, die nicht funktioniert hat.“
Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin): „Als Tabellenzweiter fühle ich mich nicht als Bayernjäger, aber es ist eine schöne Momentaufnahme. Schön, wenn jetzt Schluss wäre. Das wir gegen Leipzig gewonnen, hat mit unserem Gesicht zu tun, der Bereitschaft und Solidarität in der Mannschaft, der schnellen Integration der Neuen. Und man hat gemerkt, wie das Stadion explodieren kann, das war Wahnsinn diese Unterstützung.“

So geht es für Union Berlin weiter

Der 1. FC Union Berlin spielt am 4. Spieltag beim Aufsteiger Schalke 04 (Sonnabend, 15.30 Uhr) und trifft dabei mit Marius Bülter und Simon Terodde auf alte Bekannte. RB Leipzig empfängt zur selben Zeit den VfL Wolfsburg.

Und sonst noch bei Union Berlin?

Union Berlin gibt sich weiter vorbildlich. Nach der Hodenkrebs-Diagnose für ihren Teamkollegen Timo Baumgartl haben alle Profis der Eisernen an einer vom Verein angebotenen Vorsorgeuntersuchung in der Charité teilgenommen. „Ein Kompliment geht an die Mannschaft, die dieses Angebot ausnahmslos wahrgenommen hat“, sagte Geschäftsführer Oliver Ruhnert. In den Routine-Untersuchungen der Bundesliga-Clubs ist diese Art der Kontrolle nicht vorgeschrieben.
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