Am 8. September um 18.45 Uhr ist es so weit – der 1. FC Union Berlin startet gegen Royale Union Saint-Gilloise aus Belgien in das Abenteuer Europa League. Bei Kapitän Christopher Trimmel und Vereinspräsident Dirk Zingler ist die Vorfreude auf die zusätzliche Belastung schon riesengroß. Einige Spieler sehen das sicher anders.
Union Berlins Kapitän Christopher Trimmel hat vor der mit Spannung erwarteten Premiere in der Europa League die mentale Stärke beim Fußball-Bundesligisten betont. „Wir können sehr gut mit Druck umgehen. Das haben wir in den vergangenen Jahren bewiesen. Vor allem in den ganz wichtigen Spielen haben wir eigentlich immer geliefert“, sagte der 35-Jährige am Tag vor dem Spiel (18.45 Uhr/RTL+). Es sei „Vorfreude pur“.

Christopher Trimmel erwartet „emotionale“ Partie im Stadion an der Alten Försterei

„Wir lieben solche Herausforderungen. Es wird nicht einfach werden, aber wir spielen zu Hause und werden es sehr genießen“, sagte Trimmel. Das Spiel ist auch deswegen ein besonderes für Union, weil der Club anders als im Vorjahr in der Europa Conference League im Heimstadion An der Alten Försterei spielen darf und nicht ins Olympiastadion ausweichen muss.
„Die Stimmung wird besonders sein. Das wird man auch jedem Fan ansehen, dass der Tag gekommen ist, an dem wir international im eigenen Stadion spielen“, sagte der Österreicher. „Deswegen wird es natürlich emotional werden, aber wir werden uns auf unsere Leistung konzentrieren und haben genügend Aufgaben umzusetzen.“
Der nächste Festtag im Stadion An der Alten Försterei berührt auch Präsident Dirk Zingler emotional. Europapokal – und das nur wenige Tage nach dem hart erkämpften Remis gegen Serienmeister Bayern München im Spitzenspiel der Bundesliga. „Klar, für mich ist es ein historischer Tag“, sagte der 58-Jährige. „Hier an diesem Ort, wo vor 100 Jahren angefangen wurde, Fußball zu spielen. Das ist für mich wie das Schließen eines Kreises.“
Seit 1920 ist das Stadion Spielstätte, wurde seitdem mehrmals umgebaut und renoviert. „Für uns werden Träume wahr“, sagte Zingler. In der letzten Saison mussten die Eisernen noch ins von vielen ungeliebte Olympiastadion ausweichen.

Wegen des Umzuges muss Union Berlin viele Fans enttäuschen

Finanziell könnte der Verzicht auf den Umzug sogar Einbußen bedeuten, weil das Olympiastadion deutlich mehr Zuschauer fasst. Bei Spielen an der Wuhlheide muss Union wegen der hohen Nachfrage dagegen immer Menschen enttäuschen, die kein Ticket kriegen. „Ich bedaure das zu jedem Spiel“, sagte Zingler.
Trotzdem habe der Club nicht darüber nachgedacht, doch in das größere Stadion auszuweichen. „Es gibt für uns keine Alternative. Wenn Fußball in der Alten Försterei erlaubt ist, wird Fußball in der Alten Försterei gespielt.“ Jedes Mitglied soll die Möglichkeit bekommen, mindestens ein Heimspiel in der Europa League im Stadion verfolgen zu können.
Verzichten muss Trainer Urs Fischer gegen den belgischen Vizemeister weiter auf Stürmer Jordan Siebatcheu (muskuläre Probleme) und Innenverteidiger Diogo Leite (Brustkorbprellung). Eventuell seien die beiden für das Bundesliga-Spiel beim 1. FC Köln am Sonntag wieder verfügbar, sagte Fischer. Dafür ist Mittelfeldspieler Janik Haberer schon am Donnerstag wieder eine Option, nachdem er das Spiel gegen den FC Bayern München verpasst hatte.
Wie breit etwa der Kader der Eisernen inzwischen aufgestellt ist, zeigt auch die Nominierung für die Gruppenphase. Einige prominente Namen fehlen. Die Neuzugänge des Fußball-Bundesligisten Paul Seguin und Milos Pantovic sind nicht unter den 24 Profis, die Trainer Urs Fischer nominierte. Auch Mittelfeldspieler Levin Öztunali schaffte es nicht in den Kader. Innenverteidiger Timo Baumgartl, der sich nach seiner Krebserkrankung weiter im Aufbau befindet, fehlt ebenfalls.

Die Spiele in der Gruppe D der Europa League 2022/23 von Union Berlin im Überblick

● 8. September, 18.45 Uhr: 1. FC Union Berlin - Royale Union St. Gilloise
15. September, 21 Uhr: Sporting Braga - 1. FC Union Berlin
6. Oktober, 18.45 Uhr: Malmö FF - 1. FC Union Berlin
13. Oktober, 21 Uhr: 1. FC Union Berlin - Malmö FF
27. Oktober, 18.45 Uhr: 1. FC Union Berlin - Sporting Braga
3. November, 21 Uhr: Royale Union St. Gilloise - 1. FC Union Berlin
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