Nach der Europa League ist vor der Bundesliga. Union Berlin bietet sich die schnelle Chance, die zweite 0:1-Niederlage im zweitwichtigsten Europapokal-Wettbewerb zu verarbeiten. „Wir haben eine sehr gute Ausgangslage. Wir sind Tabellenführer, da wollen wir bleiben. Und uns bestmöglich darauf vorbereiten“, sagte Union-Verteidiger Paul Jaeckel nach dem 0:1 bei Sporting Braga mit Blick auf das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN).

Union Berlin spielt gegen Wolfsburg

Union Berlin kann mit einem vollen Erfolg die Tabellenführung in der nationalen Fußball-Eliteklasse in die folgende Länderspielpause nehmen. Trainer Urs Fischer sieht das Gute in der schnellen Abfolge der Englischen Woche. „Es bleibt keine Zeit zu trauern. Das habe ich auch der Mannschaft gesagt. Ich muss sie nicht trösten, um die nächste Aufgabe in den Angriff nehmen“, sagte der 56-jährige Schweizer, der aber gerne ein bisschen mehr Zeit gehabt hätte, „um regenerieren zu können“ – und natürlich auch zum Trainieren.
Im Gegensatz zum teilweise leidenschaftslosen Auftritt bei der 0:1-Niederlage gegen Union Saint-Gilloise in der Vorwoche war Fischer diesmal mit der Mannschaftsleistung sehr zufrieden, monierte allerdings die Effektivität. „Wir hatten selber genügend Möglichkeiten in einem Auswärtsspiel. Der einzige Vorwurf ist, dass wir aus den Möglichkeiten keine Tore gemacht haben“, sagte der Schweizer.
Mit null Punkten und null Toren müssen die Köpenicker nach der Länderspielpause eine Aufholjagd in der Vierergruppe starten, um das angepeilte Ziel des Überwinterns im internationalen Geschäft zu bewerkstelligen. Als Erster oder Zweiter geht es in der Europa League weiter, der Drittplatzierte geht in die Conference League, der Vierte scheidet aus.

Ärger der Fans in Braga

Zudem könnte die Partie in Braga ein Nachspiel für Union Berlin haben. Bereits während der Begegnung im Estadio Municipal hatten sogenannte Anhänger mehrfach Pyrotechnik gezündet, obwohl sehr strenge Kontrollen an den Eingängen durchgeführt worden waren. Die UEFA belegt solche Vergehen für gewöhnlich mit Geldstrafen.
Nach dem Schlusspfiff sollten die Fans dann noch eine Stunde in ihren Blöcken ausharren – nicht einmal der Gang auf die Toilette wurde erlaubt. Nachdem einige Plastik-Sitzschalen angezündet worden waren, wurden die rund 3000 Personen vorzeitig aus dem Stadion geleitet, um mögliche Rauchvergiftungen zu verhindern, berichteten mitgereiste Berliner.
Durch die Evakuierung fuhren auch die 30 gecharterten Busse früher zum Flughafen ins rund 60 Kilometer von Braga entfernte Porto, wo Charterflieger rund 1500 Fans ab 6.05 Uhr am Freitag zurück nach Berlin bringen sollten. Union hatte versucht, dass die Flieger bereits in der Nacht abheben durften, hatte aber keinen Erfolg. Gegen 3 Uhr wurden die ersten Anhänger zum Einsteigen ins Flugzeug aufgefordert, mussten aber noch einige Stunden in der Maschine auf dem Rollfeld verbringen.
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