Der 1. FC Union Berlin hat sein Testspiel gegen den Schweizer Erstligisten FC St. Gallen in der heimischen Alten Försterei mit 4:1 (2:1) gewonnen. Es ist nicht die letzte Partie vor der Weihnachtspause. Die Köpenicker absolvieren am 21. Dezember noch eine Testpartie gegen den FC St. Pauli und haben zudem eine hohe Strafe für das Fehlverhalten ihres Fans aufgebrummt bekommen.
Der FC St. Gallen ist in der Wuhlheide ein alter Bekannter. „Wir haben schon dreimal gegen sie gespielt und uns immer schwergetan. St. Gallen ist also ein guter Testgegner“, stellte Stadionsprecher Christian Arbeit den Gegner vor der Partie den rund 5000 Zuschauern im Stadion an der Alten Försterei vor.

Sven Michel mit dröhnendem Kopf nach Ellbogenschlag

Diesmal war das eher nicht der Fall. „Gewisse Phasen waren heute gut, da hat es gepasst, aber es gab auch einige, wo es nicht passte, weil wir zu unpräzise waren“, befand Unions Trainer Urs Fischer nach der Partie. Er hatte gegen seine Landsleute einen bunten Mix aus Stammspielern und zweiter Reihe aufgeboten. Im Tor stand Lennart Grill, davor die etablierte Abwehr-Dreierreihe mit Paul Jaeckel, Robin Knoche und Diogo Leite. In der Zentrale agierte unter anderem Talent Aljoscha Kemlein und davor Paul Seguin. Den Angriff bildeten Kevin Behrens und Sven Michel. Nicht im Kader tauchte Mittelfeldantreiber Rani Khedira, der angeschlagen war und einige andere Spieler auf, die erkrankt waren. „Die Grippewelle ist ganz schön durchgefegt“, sagte Trainer Urs Fischer.
Und Michel lag schon nach einer Minute mit dröhnendem Kopf auf dem grünen Rasen nach einem Treffer mit dem Ellbogen, machte aber weiter. Danach entwickelte sich zunächst eine zähe Partie, in der die Gäste die gefälligeren Aktionen besaßen. Torgefährlicher wurden nach einer Viertelstunde aber die Unioner. Knoche verfehlte bei zwei Kopfbällen das Tor und nach einem eleganten Fallrückzieher von Behrens rettete Matej Maglica auf der Linie.
Dann aber war es so weit. Paul Seguin traf mit einem Flachschuss zum 1:0 (33.) und sechs Minuten später machte es ihm Christopher Trimmel nach. Union-Torwart Grill musste nur einmal bei einem Freistoß von Maglica aus 20 Metern mit einer Flugeinlage den zwischenzeitlichen Ausgleich verhindern. Der Anschlusstreffer mit der letzten Aktion der ersten Hälfte fiel unter die Kategorie Pech. Knoche lenkte den Ball nach einer scharfen Eingaben St. Gallens Emanuel Latte Lath ins eigene Netz.
Zur zweiten Hälfte wechselten die Schweizer zehnmal. Die neue Elf entwickelte gleich mehr Schwung, aber weiter ohne große Torgefahr. „Da hatten wir zu viele Ballverluste“, kritisierte Unions Trainer Fischer. „Danach war es aber wieder so, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber die Jungs waren müde.“ Nach einer Stunde zog Union deshalb mit acht Auswechslungen nach – nur Torwart Grill und Jaeckel, der zehn Minuten später Mathis Bruns Platz machte, blieben auf dem Feld. Und es dauerte nur sieben Minuten, ehe Tim Skarke nach formidabler Vorarbeit von Sheraldo Becker auf 3:1 erhöhte. „Einer geht noch, einer geht noch rein“, skandierten die Fans. Doch Doch Gäste-Torwart Lukas Watkowiak hatte bei Skarkes Schuss noch etwas dagegen (75.), war aber eine Minute später gegen den Distanzschuss von Niko Gießelmann zum 4:1 machtlos. „Der sollte so auf das Tor kommen, weil die Sicht durch viele Spieler für den Torwart verdeckt war“, erklärte der Schütze schmunzelnd.

40.000 Euro Strafe für Union wegen Fanverhalten im Derby gegen Hertha BSC

Weniger erfreulich für des 1. FC Union: Der Verein muss wegen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger eine Geldstrafe bezahlen. Demnach müssen die Köpenicker 40 000 Euro zahlen, wie der DFB am Freitag mitteilte. Davon können bis zu 13 300 Euro vom Verein für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden. Während der zweiten Halbzeit und nach Abpfiff des Bundesligaspiels gegen Hertha BSC (3:1) am 6. August hätten Union-Anhänger mindestens 37 pyrotechnische Gegenstände abgebrannt. Zudem sei unmittelbar nach dem Abpfiff ein Anhänger des Heimteams auf das Spielfeld gelaufen.

Letztes Testspiel des Jahres gegen den FC St. Pauli

Die Köpenicker treffen in ihrem letzten Testspiel vor der Weihnachtspause auf den Zweitligisten FC St. Pauli. Die Hamburger kommen am Mittwoch (13.Uhr) ins Stadion An der Alten Försterei. Tickets für die Partie sind für Union-Mitglieder ab Montag (12 Uhr) online erhältlich. Aufgrund der Umbauarbeiten für das Weihnachtssingen am 23. Dezember stehen nur die Sitzplätze auf der Haupttribüne zur Verfügung.