Diese viel diskutierte Szene bei der 1:2-Niederlage von Union Berlin beim VfL Bochum tat schon beim Anschauen weh. In der 18. Minute wurde Unions Janik Haberer vom Bochumer Ivan Ordets rüde von den Beinen geholt.
Schlimmer noch: Er wurde regelrecht aus dem Spiel getreten. Denn der Bochumer Verteidiger hatte in der 18. Minute Haberer in der Nähe der linken Eckfahne abgegrätscht und den Union-Spieler mit offener Sohle am linken Knöchel erwischt. Ordets wurde für diese Aktion durch Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) lediglich mit der Gelben Karte bestraft. Eine zu milde Entscheidung?

Union Berlin bleibt Tabellenführer

Union Berlin führt trotz der Niederlage am Sonntag weiter die Tabelle der Fußball-Bundesliga an. Trainer Urs Fischer übte anschließend deutliche Kritik an der Entscheidung von Schiedsrichter Deniz Aytekin. „Da lag Herr Aytekin für mich heute eindeutig falsch. Das ist für mich eine klare Rote Karte. Mit der Geschwindigkeit, offene Sohle – da hat Bochum Glück gehabt“, sagte der 56-Jährige zu dem Foul von Ordets an Haberer.
Janik Haberer musste zwei Minuten später ausgewechselt werden. „Ihm geht es ganz gut, aber es wird sicherlich noch eine Untersuchung geben“, sagte Fischer über Haberer. Ob der Mittelfeldspieler am Donnerstag in der Europa League gegen Sporting Braga (18.45 Uhr, Stadion An der Alten Försterei) wieder mitwirken kann, ist offen.
Das Fachmagazin „Kicker“ kommt in seiner Bewertung der Leistung von Schiedsrichter Dennis Aytekin zu einem anderen Urteil als Union-Trainer Fischer. Der „Kicker“ bescheinigt dem erfahrenen Referee eine „großzügige, aber konsequente Linie“. Zum Foul von Ordets an Haberer heißt es: „Gelb für Ordets nach dessen Foul an Haberer war trotz der Intensität und des hohen Risikos gerade noch vertretbar, weil der Bochumer seinen Fuß am Boden hatte und das Foul im Kampf um den Ball passierte.“
Dr. Jochen Drees, Chef der Video Assistant Referees (VAR) wird von DAZN folgendermaßen zitiert: „Er trifft den Gegner mit links am Knöchel und befördert den Ball mit rechts ins Aus. Trefferhöhe und Ballorientierung sprechen nur für ein rücksichtsloses Foul, von daher regeltechnisch noch mit Gelb zu bewerten.“
Thorsten Kinhöfer, Schiedsrichter-Experte der „Bild“-Zeitung findet dagegen: „Von den Bildern ist es eher Rot als Gelb.“