Fast ein ganzes Dutzend an Spielern hat den 1. FC Union Berlin verlassen. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht natürlich der Abschied von Taiwo Awoniyi. Der 15-Tore-Stürmer der vergangenen Bundesliga-Saison ist für gut 20 Millionen Euro in die Premier League zu Nottingham Forest gewechselt. Beim ehemaligen Sieger im Cup der Landesmeister unterschrieb Awoniyi einen Fünf-Jahres-Vertrag.
Mindestens genauso schmerzlich für die Eisernen aus Köpenick ist jedoch der Abschied von Grischa Prömel in Richtung TSG Hoffenheim. Denn der Vize-Kapitän ist in der vergangenen Spielzeit nicht nur wegen seiner acht Tore zu einer prägenden Figur aufgestiegen und hatte großen Anteil am Erreichen der Europa League. Prömel war mit seinen herausragenden läuferischen Fähigkeiten sowohl im Spiel mit dem Ball als auch ohne Ball ein ganz wichtiger Faktor. Er hinterlässt deshalb genau wie Awoniyi eine riesengroße Lücke.

Neuzugänge für Offensive von Union Berlin

Deshalb verwundert es nicht, dass die Verantwortlichen von Union speziell in der Zentrale nachgelegt haben. Mit Milos Pantovic (25/VfL Bochum) und Janik Haberer (28/SC Freiburg) wurden gleich zwei Neuzugänge geholt, die gemeinsam mit Winterneuzugang András Schäfer (23/Dunajska Streda) sowie Genki Haraguchi um die Prömel-Nachfolge kämpfen. Schäfer kam nach einigen Anlaufproblemen zwar in der Endphase der Saison immer besser in Schwung, bekommt mit Pantovic und Haberer nun aber starke Konkurrenz. Und Haraguchi muss zeigen, dass er nicht nur fleißig ist, sondern auch Torgefahr ausstrahlen kann.
Milos Pantovic ist aus diesem Quartett sicher die offensivstärkste Option für Union-Trainer Urs Fischer. Der bei Bayern München unter anderem von Starcoach Pep Guardiola ausgebildete Serbe glänzte in der vergangenen Saison mit zwei spektakulären Toren aus großer Distanz. Pantovic bezeichnet sich selbst als Instinkt-Fußballer. „Eine meiner Stärken ist sicher der Instinkt. Ich überlege in solchen Situationen wie bei diesen Toren nicht lange. Die erste Idee ist meistens die beste“, erklärt der Union-Neuzugang.
Allerdings will sich Milos Pantovic nicht auf seine beiden Kunstschüsse aus 66 und 45 Metern reduzieren lassen. In 100 Pflichtspielen kommt er auf 13 Treffer und 14 Vorlagen. „Die anderen Tore waren auch wichtig“, findet Pantovic.
Für den Serben spricht, dass er dank seiner umfassenden Ausbildung beim Rekordmeister in der Offensive sehr flexibel einsetzbar ist. Pantovic kann auf der Achter-Position, auf Außen und auch in der Spitze spielen. Damit bietet er Trainer Fischer eine ganze Option an Einsatzmöglichkeiten.
Doch auch Janik Haberer besitzt gute Chancen auf die Grischa-Prömel-Rolle. Er geht genau wie Prömel weite Wege auf dem Rasen und bezeichnet sich selbst als „Box-to-Box-Spieler“, also immer unterwegs zwischen den Strafräumen. „Ich denke, ich kann der Mannschaft mit und ohne Ball helfen, damit wir einen aggressiven Fußball spielen können“, betont der aus Wangen im Allgäu stammende Mittelfeldspieler.
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Genau wie für Milos Pantovic wurde der VfL Bochum auch für Haberer zu einer wichtigen Karriere-Station. Nach einem glücklosen Bundesliga-Gastspiel bei der TSG Hoffenheim wechselte er in die 2. Liga nach Bochum und wurde an der Castroper Straße zum Stammspieler. „Die Zeit in Bochum hat mich geprägt. Sie hat mir die Tür in die Bundesliga geöffnet“, blickt Haberer zurück. 2016 wechselte er dann zum SC Freiburg. Seitdem stehen 158 Bundesliga-Spiele in seiner Bilanz.

Union Berlin testet gegen Viktoria Berlin

Wer wird also der Nachfolger von Grischa Prömel im offensiven Mittelfeld von Union Berlin? Vielleicht teilen sich ja Schäfer, Haraguchi, Pantovic und Haberer in diese Aufgabe rein. Denn durch die Dreifach-Belastung mit Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League gibt es noch mehr Partien als bisher. Allein bis zur WM-Pause Mitte November warten mindestens 22 Pflichtspiele auf die Eisernen: 15 in der Bundesliga, sechs in der Europa League und einmal DFB-Pokal. Im Pokal könnte dann noch die 2. Runde hinzukommen. „Es wird eine lange und wahrscheinlich komplizierte Saison mit vielen Spielen“, prophezeit Janik Haberer.
Das erste Testspiel von Union Berlin steigt am Mittwoch bei Viktoria Berlin (18 Uhr, Jahnsportpark). Es ist gleichzeitig der Startschuss für den Kampf um die Stammplätze im offensiven Mittelfeld der Eisernen.