Sommer, Sonne und zumindest phasenweise ordentlicher Offensiv-Fußball. Die Fans von Union Berlin hatten ihren Spaß am Mittwochabend im sonnenüberfluteten Jahnsportpark und sahen einen 3:1 (2:0)-Testspielsieg des Fußball-Bundesligisten gegen Viktoria Berlin. Sven Michel war dabei als zweifacher Torschütze erfolgreich.
Im Mittelpunkt beim ersten Testspiel stand ohnehin die neu formierte Offensiv-Abteilung von Union Berlin. Immerhin haben die Eisernen mit Toptorschütze Taiwo Awoniyi (Nottingham Forest) und Vize-Kapitän Grischa Prömel (TSG Hoffenheim) zwei absolute Leistungsträger verloren. Union-Trainer Urs Fischer nutzte diesen ersten Test vor allem für Experimente. Großartige Erkenntnisse? Eher nicht. Der erst 17-jährige Malick Sanogo lief gegen den Drittliga-Absteiger als Sturmspitze auf. Dahinter bildeten Sheraldo Becker, Sven Michel, Kevin Möhwald und Keita Endo eine offensive Viererkette.
Gute Nachrichten gab es schon vor dem Anpfiff: Denn Sheraldo Becker hat am Mittwoch seinen Vertrag in Köpenick wie erwartet verlängert. „Ich fühle mich bei Union wirklich sehr wohl. Wir haben in den letzten Jahren Unglaubliches zusammen erreicht. Gemeinsam mit dem Verein und der Mannschaft habe auch ich mich weiterentwickelt“, erklärte der 27-jährige Niederländer. Becker – zweitschnellster Spieler der Bundesliga – kam in der abgelaufenen Saison auf vier Tore und sechs Vorlagen.
„Es ist ein gutes Zeichen, dass wir einen Leistungsträger wie Sheraldo länger an uns binden konnten“, erklärte Manager Oliver Ruhnert. Positiv für Union Berlin: Sollte der Stürmer im Sommer 2023 trotzdem wechseln, kassieren die Eisernen immerhin eine Ablösesumme.

Union Berlin will Jordan Siebatcheu

Unterdessen ist der Verein auch bei der Suche nach Ersatz für Topstürmer Taiwo Awoniyi offenbar schon fündig geworden. Laut Sport1 soll Jordan Siebatcheu von den Young Boys Bern aus der Schweiz ins Stadion An der Alten Försterei wechseln. Der 26 Jahre alte Stürmer aus den USA mit kamerunischen Wurzeln wurde in der vergangenen Saison mit 22 Treffern Torschützenkönig in der Schweizer Super League. Er kostet rund sechs Millionen Euro. Die Ablösesumme können sich mit Bonuszahlen auf acht Millionen Euro erhöhen, berichten Schweizer Medien.
Jordan Siebatcheu wäre damit teuerster Union-Einkauf in der Vereinsgeschichte. Diesen Rekord hält bisher Taiwo Awoniyi (6,5 Millionen Euro). Siebatcheu soll am Donnerstag den Medizincheck in Berlin absolvieren und dann seinen Vertrag unterschreiben. Seine große Stärke ist die Präsenz im Strafraum – übrigens genau wie bei Awoniyi.
Jordan Siebatcheu von den Young Boys Bern soll bei Union Berlin der Nachfolger von Taiwo Awoniyi werden.
Jordan Siebatcheu von den Young Boys Bern soll bei Union Berlin der Nachfolger von Taiwo Awoniyi werden.
© Foto: Peter Klaunzer/dpa
Mit Danilho Doekhi stand am Mittwochabend vor 2324 Zuschauern im Jahnsportpark nur ein Neuzugang in der Startformation. Doekhi besetzte gemeinsam mit Dominique Heintz die Innenverteidigung. Mittelfeld-Chef Rani Khedira ist nach seiner Erkrankung dagegen noch nicht wieder ins Training eingestiegen und verfolgte den Testspiel-Aufgalopp als Zuschauer von der Tribüne aus.
Danilho Doekhi war der einzige Neuzugang in der Startelf von Union Berlin im Test gegen Viktoria Berlin.
Danilho Doekhi war der einzige Neuzugang in der Startelf von Union Berlin im Test gegen Viktoria Berlin.
© Foto: Matthias Koch
Torhüter Jakob Busk führte die Mannschaft diesmal als Kapitän auf den Rasen. Zur Pause wechselte Urs Fischer dann nahezu komplett durch und brachte insgesamt zehn neue Spieler. Lediglich Aljoascha Kemlein spielte auf der Sechserposition zunächst weiter. Für den Youngster rückte dann Neuzugang Paul Seguin ins Team. Sven Michel hatte mit einem Doppelpack in der 1. und 35. Minute für die 2:0-Pausenführung der Eisernen gesorgt. Der eingewechselte Andreas Voglsammer erhöhte auf 3:0 (60.). Den Ehrentreffer für Viktoria Berlin erzielte Ünal Dumurshan (3:1/81.).
Fazit von Trainer Urs Fischer: „Die Jungs haben heute Morgen ein hartes Training gehabt. Vor diesem Hintergrund bin ich sehr zufrieden, wie sie hier unterwegs waren. Wir waren aktiv und haben immer versucht zu agieren. Die Jungs haben versucht, die Müdigkeit des Morgentrainings wegzustecken.“

Union Berlin am Samstag in Magdeburg

Der 1. FC Union stellte bei der Partie im Jahnsportpark erstmals die sogenannten Ausweichtrikots für die neue Saison vor. Das Trikot ist schwarz und großflächig mit roten und grauen Akzenten bedruckt. Es kostet 89,50 Euro (Kindertrikots 69,95 Euro) und kann ab sofort vorbestellt werden. Das Trikot ist nach Vereinsangaben voraussichtlich ab Anfang August erhältlich.
Weiter geht es für Union Berlin in der Vorbereitung auf die am ersten August-Wochenende startende Bundesliga-Saison 2022/23 mit zwei Auswärts-Testspielen. Am Samstag spielen die Eisernen beim 1. FC Magdeburg (16.30 Uhr), am Mittwoch dann bei Eintracht Braunschweig (18 Uhr).