Die Vorfreude auf die ersten magischen Europapokalnächte in der Alten Försterei ist noch einmal gestiegen. Die Gruppe des 1. FC Union Berlin ist lösbar und weckt Hoffnungen auf noch mehr als nur die kommenden sechs Partien bei der Premiere in der Europa League. Die Clublegenden Thorsten Mattuschka und Ronny Nikol glauben daran.
Und auch Manager Oliver Ruhnert ließ dies in einer ersten Stellungnahme nach der Auslosung durchblicken, selbst wenn er zunächst von einer „auf den ersten Blick“ sehr interessanten und abwechslungsreichen und durchaus auch schweren Gruppe sprach. „Dennoch besteht für uns die Chance, in der Europa League zu überwintern“, betonte der Geschäftsführer Profifußball auch und kündigte an: „Wir werden jedes Spiel genießen und freuen uns auf die anderen Vereine.“

Braga, Malmö und Saint-Gilloise aus Belgien heißen die Gegner von Union Berlin

Namentlich sind das der SC Braga aus Portugal, Malmö FF aus Schweden und Royale Union Saint-Gilloise aus Belgien. Das ergab die Auslosung am Freitag in Istanbul, an der auch Bundesliga-Rekordspieler von Vorjahressieger Eintracht Frankfurt, Karl-Heinz Körbel, beteiligt war. Union-Legende Mattuschka gab sich bei einem Public Viewing in seiner Kneipe vorsichtig optimistisch. „Die Gegner sind alle heimstark, aber das Weiterkommen muss das Ziel sein. Das ist machbar.“ Und Nikol, der bereits Anfang der 2000er-Jahre mit Union im Europapokal spielte, zeigte sich mit der Auslosung zufrieden und bekannte: „Da wäre ich auch gerne als Aktiver noch dabei. Das sind Begegnungen, für diese spielt man einfach Fußball.“
Einst: Winkend bedanken sich die Union-Spieler nach dem Match 2001 im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion bei ihren Fans. Der Berliner Zweitligist Union Berlin verlor in der zweiten Runde des UEFA-Cups gegen FC Liteks Lowetsch aus Bulgarien das erste Spiel mit 0:2.
Einst: Winkend bedanken sich die Union-Spieler nach dem Match 2001 im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion bei ihren Fans. Der Berliner Zweitligist Union Berlin verlor in der zweiten Runde des UEFA-Cups gegen FC Liteks Lowetsch aus Bulgarien das erste Spiel mit 0:2.
© Foto: Bernd Settnik/dpa
Damit kommt es zwar zu keinem Kracher gegen namhafte Teams wie Manchester United oder die AS Rom. Nachdem die UEFA Stehplätze für Europapokalspiele freigegeben hat, wollen die Unioner ihre Heimpartien dennoch wirklich daheim genießen. Der Stimmungstempel in Köpenick wird sicher bei allen drei Partien ausverkauft sein. Vom Genießen hatte auch Trainer Urs Fischer vor der Auslosung schon gesprochen. Zusammen mit der Mannschaft verfolgte der Schweizer Union-Erfolgscoach dann, wie in Istanbul sich die Tableaus peu à peu vervollständigten – mit Union in der Gruppe D.

Christopher Trimmel von Union Berlin verweist auf Fanfreundschaft mit Mälmö FF

Bevor es dann auf den Platz zur weiteren Vorbereitung auf das Meisterschaftsspiel beim FC Schalke 04 an diesem Samstag ging, gab Kapitän Christopher Trimmel noch eine Einschätzung ab: „Für mich ist es eine gute Gruppe, weil die Reiseziele Belgien, Portugal und Schweden sehr schön sind.“ Zudem verwies er auf die Fanfreundschaft mit Malmö. Und Mattuschka kündigte schon einmal „schöne Stunden auf der Fähre von Rostock an.

Berlin

Der schwedische Rekordmeister verpasste die Qualifikation für die Champions League, daraufhin wurde der Trainer entlassen. Über Sivasspor aus der Türkei führte Malmös Weg in die Gruppenphase der Europa League. In den Norden Portugals wird es nach Braga gehen. Der Club hat praktisch ein Abonnement auf den vierten Rang hinter den großen drei Vereinen Benfica und Sporting Lissabon sowie dem FC Porto.
Außenseiter dürfte in der Gruppe Royale Union Saint-Gilloise sein, auch wenn das Team in der vergangenen Saison als Aufsteiger dank zahlreicher Treffer des ehemaligen Meppeners Deniz Undav die Hauptrunde als Erster abgeschlossen hatte. In der Meisterschaftsrunde musste Royale Union dem FC Brügge den Vortritt lassen. Nach 58 Jahren spielt das Team aber erstmals wieder europäisch. Freuen dürfen sich auch die Gegner auf packende Abende in Köpenick.

Die Gegner von Union Berlin in Gruppe D der Europa League

SC Braga
Club: Der Club aus dem Norden Portugals hat ein Abonnement auf den vierten Rang hinter den großen drei Vereinen Benfica und Sporting Lissabon sowie dem FC Porto. Dreimal holte Braga den Pokal.
Trainer: Der in Braga geborene Carlos Carvalhal trainiert seit zwei Jahren die Profis seines Stammvereins. Der 56-Jährige trainierte Braga bereits vor 18 Jahren, weist aber auch schon Engagements für große Clubs wie Sporting Lissabon oder Besiktas Istanbul auf.
Stars: Stürmer Ricardo Horta führt mit seinen Toren und Vorlagen Braga seit fünf Jahren in die internationalen Wettbewerbe. Der 27-Jährige durfte zudem viermal schon das Nationaltrikot tragen.
Malmö FF
Club: Die Südschweden sind mit 22 Titeln Rekordmeister sowie Rekordpokalsieger mit 15 Triumphen. Über Sivasspor aus der Türkei qualifizierte sich Malmö für die Gruppenphase der Europa League, nachdem der Club die Qualifikation zur Champions League verpasst hatte.
Trainer: Das Aus in der Qualifikation zur Champions League war zugleich das Aus für Milos Milojevic als Malmö-Trainer. Der technische Direktor Andreas Georgson sowie mehrere Assistenztrainer kümmern sich derzeit um die Mannschaft.
Stars: Isaac Kiese Thelin ist mit sieben Treffern der Top-Torjäger des Tabellenfünften. Der ehemalige Leverkusener hat ebenso eine Bundesliga-Vergangenheit wie auch der frühere Kapitän von Werder Bremen, Niklas Moisander.
Royale Union St. Gilloise
Club: Der Aufsteiger der vergangenen Saison schloss dank der Treffer des Ex-Meppeners Deniz Undav die Hauptrunde als Erster ab, musste sich in der Meisterschaftsrunde dem FC Brügge aber geschlagen geben. Gefeiert wurde in Saint-Gilloise trotzdem: Erstmals nach 58 Jahren spielt das Team wieder europäisch.
Trainer: Karel Geraert ist der Nachfolger von Erfolgstrainer Felice Mazzu, der den Verein als Aufsteiger auf den zweiten Rang geführt hatte. Vor zwei Wochen wechselte Mazzu zum RSC Anderlecht.
Stars: Dante Vanzeir soll den nach England gewechselten Undav ersetzen. Der 24 Jahre alte Mittelstürmer kam im Sommer vom KRC Genk nach Saint-Gilloise.