Im dritten Testspiel kassierte der 1. FC Union Berlin die erste Niederlage. Aber das 0:1 bei Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig ist für Trainer Urs Fischer eher zweitrangig. Die spannendste Frage war, wie präsentieren sich die neuen Angreifer. Und wer beginnt dann am Sonnabend bei der Saisoneröffnung gegen Dublin? Und das Ende eines größeren Missverständnisses gibt es auch noch zu vermelden.
Bei ihrem Debüt im Angriff von Union Berlin blieben sowohl Jamie Leweling, für vier Millionen Euro vom Bundesliga-Absteiger SpVgg Greuther Fürth gekommen, als auch Jordan Siebatcheu, für rund sechs Millionen von den Young Boys Bern an die Wuhle gelotst, torlos. Damit hinkte das Duo der internen Konkurrenz noch ein bisschen hinterher. Sven Michel hatte beim 3:1 gegen den FC Viktoria Berlin einen Doppelpack geschnürt. Und Kevin Behrens sowie Andreas Voglsammer beim 4:1 gegen den 1. FC Magdeburg jeweils einmal getroffen.

Lob von Trainer Urs Fischer für Jordan Siebatcheu

Dennoch fiel sowohl das Fazit von Siebatcheu als auch das von Trainer Fischer positiv aus. „Ich fühlte mich gut im Spiel. Mit den Minuten wurde es aber etwas komplizierter. Wir müssen noch an einigen Dingen, Automatismen arbeiten“, sagte der 26-Jährige der „Bild“ und blickt mit Zuversicht in die Zukunft. „Ich muss wieder in den Rhythmus kommen und hoffe, mein Niveau sehr schnell wiederzufinden.“ Und der Schweizer Coach fügte mit Blick auf Siebatcheu an: "Ich habe ihn gut gesehen. Er war unterwegs und die Bereitschaft da. Er hat die Bälle gut festgemacht."
Vor 4432 Besuchern im Eintracht-Stadion, darunter rund 100 Union-Anhänger, war es aber vielleicht auch ganz normal, dass die Neuverpflichtungen erst einmal ohne Treffer blieben. „Wir hatten so viele Flanken, die unpräzise waren. Das ist normal in der Phase, in der wir uns im Moment befinden“, befand Trainer Fischer. Darunter litt natürlich auch ein körperlich präsenter Spieler wie Siebatcheu, in der vergangenen Saison mit 22 Treffern Torschützenkönig in der Schweizer Super League. Der Franko-Amerikaner mit kamerunischen Wurzeln, der sich mit Trainer Fischer auf englisch, französisch und ein bisschen deutsch verständigt, spielte von Beginn, vergab eine gute Möglichkeit und machte zur Pause für Behrens Platz.

Pawel Wszolek wechselt zu Legia Warschau

Das Missverständnis Pawel Wszolek ist schon wieder Geschichte beim 1. FC Union. Der Pole kam nie richtig an und brachte es unter Fischer lediglich auf einen Kurzeinsatz. In der 2. Runde des DFB-Pokals beim 3:1 nach Verlängerung bei Drittligist Waldhof Mannheim ersetzte der 30-Jährige in der 102. Minute Kapitän Christopher Trimmel. Ansonsten kam er aber nie am Österreicher vorbei.
Im Winter wurde Wszolek zu Legia Warschau verliehen, wo er mit sechs Toren und drei Vorlagen in 14 Spielen aufblühte. Nun kehrt der Pole zurück in sein Heimatland und zu Legia. „Für seine professionelle Einstellung sind wir ihm sehr dankbar und wünschen ihm viel Erfolg für die Zukunft“, lautete das professionelle Statement von Unions Manager Oliver Ruhnert zum Abgeben des Spielers.

Jamie Leweling agiert gegen Eintracht Braunschweig auffällig

Leweling, der gegen Magdeburg noch wegen eines Außenbandrisses im Sprunggelenk fehlte, wies seine Eignung ebenso durchaus nach. Nach einer Stunde für Sheraldo Becker, der mit einem Patzer den Braunschweiger Treffer von Immanuel Pherai vorbereitete, eingewechselt, erwies sich der Ex-Fürther mit drei guten Szenen als auffälligster Akteur im zweiten Abschnitt, konnte aber Torwart Ron-Thorben Hoffmann nicht überwinden, der mit der Eintracht bereits am 17. Juli mit der Partie gegen den Hamburger SV in die 2. Liga startet.

Am 9. Juli ist Saisoneröffnung bei Union Berlin gegen Dublin

Für den 1. FC Union Berlin steht dagegen erst einmal das offizielle Saisoneröffnungsspiel auf dem Plan. Im Stadion An der Alten Försterei ist am 9. Juli um 15.30 Uhr die Mannschaft von Bohemians Dublin zu Gast. Mal sehen, wer dann in vorderster Front für die Unioner in der Startelf steht. Ein Fingerzeig ist dann aber sicher noch nicht, denn am 11. Juli geht es für die Mannschaft erst einmal ins fast schon gewohnte österreichische Trainingslager – nach Neukirchen am Großvenediger.