Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin hat den dritten Testspiel eingefahren. Vor 15.932 Anhängern gewannen die Eisernen gegen den irischen Erstligisten Bohemians Dublin mit 2:1 (1:0). Die Treffer erzielten Abwehrspieler Danilho Doekhi und Angreifer Andreas Voglsammer sowie Ali Coote. Die Köpenicker spielten in ihren neuen gestreiften Heimtrikots.
Fast das Wichtigste passierte allerdings schon vor der Partie gegen den irischen Erstligisten – die emotionale Vorstellung der Mannschaft. Und es war, wer den größten begeisternden Empfang erhielt – Trainer Urs Fischer wurden sogar stehende Ovationen auf der Haupttribüne zuteil. Aber auch Kapitän Christopher Trimmel, Sheraldo Becker oder Torwart Jakob Busk, der öffentlich bekannt hatten, mit „Union noch nicht fertig zu sein“ wurden besonders lautstark gefeiert, als Stadionsprecher Christian Arbeit die gesamte Mannschaft, samt Staff und Trainer- und Funktionsteam einzeln über die Lautsprecher auf dem grünen Rasen rief.

Rönnow im Tor und Michel sowie Leweling im Sturm

Ob die Startaufstellung gegen Bohemians nun schon einen ersten Fingerzeig auf die neue Saison liefert, bleibt eher abzuwarten. Im Tor gegen Dublin jedenfalls stand Frederik Rönnow, der sich mit Neuzugang Lennart Grill einen Zweikampf liefert. In der Dreier-Abwehrkette spielten Danilho Doekhi, Robin Knoche und Rick van Drongelen. Als Kapitän führte diesmal Julian Ryerson das Team aufs Spielfeld, der bei Ballbesitz mit Becker, Keita Endo und Tymoteusz Puchasz, mit Trabzonspor türkischer Meister geworden, eine Viererkette im Mittelfeld bildete, während Sven Michel und Jamie Leweling das Sturmduo bildeten. Andere wie Paul Seguin nahmen auf der Tribüne Platz oder fehlten wie die erkrankten Timo Baumgartl und Kevin Möhwald.
Die Gäste spielten von Beginn an fröhlich mit. Kein Wunder, denn der irische Erstligist befindet sich anders als Union nicht mehr in Vorbereitung, sondern absolvierte am vergangenen Freitag bereits sein 21. Saisonspiel in der SSE Airtricity League Premier Division, liegt derzeit auf Platz 6. Natürlich dominierte Union die Partie, aber das Team aus Dublin, dessen Club der einzige Erstliga-Club in Irland ist, der vollständig und ausschließlich den Mitgliedern des Vereins gehört, hatte die erste Chance, darf aber nur das Außennetz (8.).
Besser machten es die Berliner. Und Abwehrspieler Doehki machte mit einem strammen Schuss aus 16 Metern unter die Latte zum 1:0 sein erstes Tor für die Eisernen (12.). Die Köpenicker hätten auch noch höher führen können, aber als Endo den Ball ins Tor stocherte, war sein Einsatz gegen Torwart Daniel Tinadu zu heftig und kurz darauf stand Michel bei seinem „Treffer“ im Abseits.
Stimmungsvolles im Stadion An der Alten Försterei beim Testspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und Bohemians Dublin.
Stimmungsvolles im Stadion An der Alten Försterei beim Testspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und Bohemians Dublin.
© Foto: Matthias Koch
Auch in der zweiten Hälfte blieb der Erkenntnisgewinn gering, denn Trainer Fischer wechselte gleich sechsmal. Immerhin: Torwart Rönnow, Ryerson und die Abwehrkette blieben zum Teil noch bis zur 60. Minute auf den Platz. Mittelfeld-Chef Rani Khedira kam nach seiner Erkrankung erstmals zum Einsatz, den Angriff bildeten jetzt Andreas Voglsammer sowie Jordan Siebatcheu. Der Franko-Amerikaner passierte erneut seien ersten Treffer für Union, weil er aus fünf Metern über das Tor schoss (56.) beziehungsweise eine Flanke von Niko Gießelmann verpasste. Dagegen erzielte Voglsammer mit dem 2:0 seinen dritten Treffer in der Vorbereitung (67.). Der Ehrentreffer für die nie aufgegebenden Gäste durch Ali Coote war hingegen stark abseitsverdächtig, aber verdient (74.).
Rani Khedira zeigte sich nach der Partie erfreut über die hohe Zuschauerzahl, aber selbstkritisch über das Spiel. „Ich bin überrascht über so viele Fans zum ersten Testspiel im Stadion. Sie haben uns ein schönes Spiel gegeben, wir den Fans leider eher weniger.“ Auch Trainer Fischer sieht noch viel Verbesserungspotenzial. „Das war eher ein bescheidener Auftritt, in der Summe zu wenig trotz des Sieges. Wir haben zu wenig vertikal gespielt“, sagte der Schweizer, der die Partie allerdings aus dem vollen Training absolvieren ließ.

Neue Heimtrikots des 1. FC Union Berlin gefallen den Fans

Nebenbei durften die Fans im Übrigen zum ersten Mal die neuen, schicken Heimtrikots bewundern. Glaubt man den Anhängern in den Sozialen Medien ist die Ausgabe der Saison 2022/23 eine besonders gelungene. „Geiles Retro-Teil“ und „… da kommen alte Erinnerungen hoch“, lauten etwa zwei Kommentare über das Jersey aus rot-weißen Längsstreifen, das etliche Fans bereits zur Saisoneröffnung übergestreift hatten.

So sehen die neuen Heimtrikots des 1. FC Union Berlin aus

Nach der Partie geht es für die Köpenicker jetzt am 11. Juli erst einmal ins fast schon gewohnte österreichische Trainingslager – nach Neukirchen am Großvenediger. Danach erfolgt am 23. Juli das quasi Abschiedsspiel für Taiwo Awoniyi gegen seinen neuen Club Nottingham Forest in der Alten Försterei, ehe dann am 1. August mit der 1. Runde im DFB-Pokal beim Chemnitzer FC das erste Pflichtspiel der Saison 2022/23 ansteht.