Die Eisernen sind in Österreich gelandet. Auf die Spieler des 1. FC Union Berlin warten im österreichischen Trainingslager in Neukirchen nahe dem Großvenediger ganz sicher harte Tage. Trainer Urs Fischer hat jedenfalls intensive Arbeit „angedroht“. Die ist nötig, denn gegen Bohemians Dublin (2:1) taten sich die Eisernen im Testspiel schwer.
Am Montag in den Mittagsstunden sind die Eisernen per Charter-Jet in Salzburg gelandet. Von dort ging es per Bus weiter nach Neukirchen am Großvenediger, mit 3657 Meter ü. A. im Übrigen der höchste Berg im Bundesland Salzburg. Die Aufgabenstellung ist für Fischer nach insgesamt vier Testspielen unverändert. „Das wird nochmals eine Packung geben, wo es um Intensität geht, auch konditionelle Aspekte“, sagt Fischer.

Urs Fischer will im Trainingslager an den Automatismen arbeiten

Aber ein anderer Aspekt ist dem Schweizer besonders wichtig: „Und dann müssen wir weiter an unseren Automatismen arbeiten, den neuen Spielern unsere Prinzipien versuchen, mit auf den Weg zu geben, dass sie die verinnerlichen“, forderte der 56-Jährige. Wie in den Vorjahren ist die wesentliche Aufgabe für Fischer, ein funktionierendes Gesamtgebilde hinzubekommen, um die Union-Tugenden auch im vierten Bundesliga-Jahr zum Tragen zu bringen. Das Risiko, dass dies nach der bisher atemberaubenden Erfolgsgeschichte mit dem Sprung auf Platz 5 in die Bundesliga-Upper-Class diesmal misslingt, ist noch zu spüren in Köpenick. Unverwüstliche Restzweifel gibt es beim Understatement-Meister grundsätzlich.
„Man hat schon gesehen, wenn die Mannschaft so durchmischt ist, dass Automatismen nicht so funktionieren, wie sonst“, beschrieb Fischer den für die Zeit der Vorbereitung letztlich normalen Zustand. Fast die Hälfte der 21 Akteure, die gegen Dublin spielten, ist neu bei Union oder war zuletzt ausgeliehen. Das Potenzial ist sicher da, auch wenn der neue Top-Stürmer Jordan Siebatcheu weiter auf seinen ersten Treffer im Union-Trikot wartet.

Baumgartl und Möhwald fehlen Union Berlin in Österreich

Mehr als 30 Spieler reisen nach Österreich, darunter die viel versprechenden Nachwuchsprofis Tim Maciejewski, Laurenz Dehl und der von Fischer besonders gelobte Aljoscha Kemlein. Fehlen werden Timo Baumgartl nach seiner Hodenkrebsoperation und der noch in Corona-Isolation weilende Kevin Möhwald. Testspiele gibt es am 15. Juli gegen Dynamo Budweis und einen Tag später gegen Udinese Calcio.
Mittelfeld-Chef Rani Khedira vertraut dabei auf die Union-Mechanismen. „Jetzt gilt es, die Zeit in Österreich intensiv zu nutzen, Automatismen und Abläufe reinbekommen, damit jeder weiß, was er zu tun hat, dann wird es wieder eine runde Geschichte“, sagte er. „Wir werden normal trainieren. Es geht darum, wenn es dann wirklich zählt, bereit zu sein“, sagte Fischer vor dem Abflug.

Letzter Härtest vor dem Pokalspiel in Chemnitz ist gegen Nottingham Forest

Größere Erkenntnisse dürften die Fans, die sicher auch in größerer Zahl nach Neukirchen reisen werden, dann beim traditionellen IFA-Testspiel am 23. Juli um 17 Uhr gegen den englischen Premier-League-Aufsteiger Nottingham Forest erhalten, der mit Ex-Unioner Taiwo Awoniyi, Moussa Niakhate (Mainz) und Omar Richards (FC Bayern) drei ehemalige Bundesliga-Profis im Sommer erstand. Am 1. August steht dann mit der 1. Runde im DFB-Pokal beim Chemnitzer FC das erste Pflichtspiel der Saison 2022/23 an.