• Union Berlin spielt am Samstag gegen den VfL Wolfburg
  • Unioner wollen den ersten Sieg gegen Wolfsburg
  • Entschieden ist jetzt die Frage, wieviele Zuschauer in die Alte Försterei dürfen
Für Trainer Urs Fischer ist die Negativserie des 1. FC Union Berlin gegen den VfL Wolfsburg keine unbedingte Zusatzmotivation. „Ich wusste gar nicht, dass wir gegen Wolfsburg noch gar nicht gewonnen haben“, sagte der 55 Jahre alte Schweizer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Stadion „An der Alten Försterei“. Er lege da nicht allzu viel wert drauf, versicherte Fischer und seine Spieler sollten auch so „heiß genug“ sein auf das Heimspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen die Niedersachsen.
Vor dem achten Spieltag hat der Conference-League-Teilnehmer aus Berlin nur einen Punkt weniger als der Champions-League-Teilnehmer aus Wolfsburg. Von den bisher sechs Pflichtspielen gegen den VfL verloren die Berliner vier, zwei Partien endeten mit einem Remis.
Mit dem ersten Sieg würden die Eisernen an Wolfsburg auf jeden Fall in der Tabelle der Fußball-Bundesliga vorbeiziehen und weiter ins vordere Drittel vordringen. Eine „echt tolle Aufgabe“ sei die Partie, betonte Fischer, der mit seiner Mannschaft auf den dritten Sieg in der Liga nacheinander hofft.

Union Berlin kämpft vor Gericht für mehr Zuschauer und verliert

Vor dem Spiel gegen Wolfsburg hatten die Berliner aber noch eine andere Herausforderung. Sie wollten juristisch erreichen, dass mehr Zuschauer ins Stadion „An der Alten Försterei“ dürfen.
Der 1. FC Union Berlin ist aber mit seinem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht in der Hauptstadt gescheitert. Der Herzenswunsch von Trainer Urs Fischer und der Fans bleibt damit vorerst unerfüllt. „Ich hätte gerne ein volles Haus“, sagte der Schweizer Coach am Donnerstag und lächelte zumindest ein bisschen. Die 14. Kammer des Verwaltungsgerichts in der Hauptstadt entschied ein paar Stunden später aber nicht im Sinne der Eisernen.
Der Antragsteller könne die weitere Ausnutzung der Stadionkapazität nicht beanspruchen, hieß es in einer Erklärung am frühen Abend. „Die Personenobergrenze sei derzeit noch verfassungsgemäß und verletze ihn nicht in seiner Berufsausübungsfreiheit. „Der Eingriff sei verhältnismäßig.“
Es bleibt dabei: 50 Prozent dürfen auf Basis von 3G an diesem Samstag ins Stadion An der Alten Försterei. 22 012 passen maximal ins Stadion. Union wollte mit dem Eilantrag eine Auslastung von 80 Prozent erreichen.

Geht Union jetzt vor das Oberverwaltungsgericht?

„Wir akzeptieren die Entscheidung des Verwaltungsgerichts und werden unser Spiel am Sonnabend auf Basis der bisherigen Genehmigungslage durchführen“, sagte Präsident Dirk Zingler: „Angesichts der Urteilsbegründung, in der mehrfach deutlich zum Ausdruck gebracht wird, dass das Gericht die Maßnahmen zur Pandemieeindämmung für 'noch zumutbar' und die ihnen zugrundeliegenden Einschätzungen 'noch als nicht offenkundig verfehlt' bewertet, sind wir optimistisch, dass auch der Berliner Senat in Kürze weiterreichende Regelungen treffen wird.“ Auf eine mögliche Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg will Union verzichten.
Zingler hatte schon vor dem Urteil betont: „Es geht nicht darum, ob es Gewinner oder Verlierer gibt.“ Der 57-Jährige hatte klare Regeln für Besucher und Veranstalter gefordert und und unter anderem von einer „handwerklichen Qualität“ der Berliner Gesundheitsverwaltung gesprochen.
Das Verwaltungsgericht erwähnte in seiner Begründung auch, dass „angesichts der jahreszeitlich zu erwartenden (Re-)Dynamisierung des Infektionsgeschehens“ es gerechtfertigt sei, „noch nicht sämtliche Beschränkungen zu lockern“. Zudem lägen auch die tatbestandlichen Voraussetzungen einer Ausnahmegenehmigung nicht vor, „weil es sich bei den regelmäßig jede zweite Woche stattfindenden Punktspielen in der Fußball-Bundesliga nicht um 'Einzelfälle' handele.
In begründeten Einzelfällen hätte die „fachlich zuständige Senatsverwaltung“ eine Ausnahme der Personenobergrenze zulassen können. Der Antrag der Unioner an eben diese Behörde war bis Montag nach Vereinsangaben nicht beschieden worden, daraufhin hatte der Tabellensiebte der Bundesliga am Dienstag den Eilantrag gestellt.

Union will keine 2G-Regel im Stadion

Die nun getroffene Entscheidung des Verwaltungsgerichts dürfte auch die Verantwortlichen des Hauptstadtrivalen Hertha BSC interessieren. „Wir werden uns Anfang der Woche zu diesem Thema zusammensetzen und genau beobachten, was da passiert“, hatte Herthas Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic am Donnerstag angekündigt.
Von einer Veranstaltung nach 2G-Maßstäben, zu der nur geimpfte und genesene Personen dürfen, halten die Unioner nichts. Er wolle mit Union nicht geimpfte Menschen nicht außen vor lassen. „Wenn wir sie ausschließen, erreichen wir sie gar nicht mehr“, sagte Zingler. Der Verein wolle auch wieder einen Impfbus zum Spiel organisieren.