Die Volleyballer des SV Lindow-Gransee lassen die Sektkorken knallen – wenn auch vorerst im kleinen Familienrahmen. Sie bekamen das ausgefallene Spiel gegen den Moerser SC von der Lizenzligaspruchkammer der Volleyball-Bundesliga (VBL) als gewonnen gewertet. Damit beträgt der Vorsprung auf den ärgsten Verfolger als Kiel fünf Punkte. Kiel könnte mit einem abschließenden Sieg am kommenden Sonnabend beim VC Bitterfeld/Wolfen zwar drei Punkte holen. Aber das reicht nicht, um an Lindow-Gransee vorbeizuziehen.
Für den Sechser von Trainer Peter Schwarz endet die von Corona zerstückelte Saison zum dritten Mal auf dem Spitzenplatz der 2. Bundesliga. 2015 ist dies bereits gelungen und im vorigen Jahr verbuchte Lindow-Gransee über einen souveränen Vorsprung auf alle Verfolger. Doch die federführende VBL brach die Serie ab. Einen Meister in offizieller Version gab es folglich nicht.

Wirrwarr nach Corona-Fall endet jetzt

Mit dem Urteil aus dieser Woche endete ein Wirrwarr, das durch einen Corona-Fall im März entstanden war. Ein Lindower Spieler wurde bei dem Routinetest zwei Stunden vorm ersten Aufschlag positiv getestet. Die Partie fiel aus, doch Gegner Moers sah Versäumnisse beim Gastgeber. Ein Sportverfahren wurde angestrebt, aber verloren. Vor dem Urteilsspruch setzte die spielleitende Stelle den Termin fürs Nachholspiel an. Moers reiste jedoch mit Verweis auf den kurzfristigen Termin nicht an.
Lindow-Gransee wird das Aufstiegsrecht zur 1. Bundesliga erneut nicht wahrnehmen. Dafür ist der Sprung sowohl aus finanzieller Sicht als auch logistisch viel zu groß. Die vorwiegend aus Berlin stammenden Spieler sind keine Profis und stehen im Berufsleben oder sind Studenten. Zudem umfasst die Kapazität der Dreifelderhalle in Gransee lediglich 500 Zuschauer. Das Vierfache gilt als Minimum, um solide in der nächst höheren Ebene zu wirtschaften. In dieser Saison wurden beinahe alle Partien vor einer Geisterkulisse ausgetragen.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.