Nach der zurückliegenden Saison, in der die Hauptstädter in der Meisterschaft und im europäischen Challenge-Cup Platz 3 belegt hatten, war der noch ein Jahr gültige Vertrag mit dem Slowenen Andrej Urnaut aufgelöst worden. „Wenn es nicht passt, muss man eben die Konsequenzen ziehen und sich trennen“, sagt Kaweh Niroomand rückblickend auf die aus seiner Sicht unbefriedigende Liaison.
Diesmal soll einiges besser werden. „Wir hatten mehrere Kriterien bei der Suche nach einem neuen Mann“, erläutert der SCC-Geschäftsführer. „Es sollte jemand sein, der Volleyball sowohl aus dem Bauch heraus lehrt als auch nach moderner Trainingsmethodik, der Statistiken für seine Erkenntnisse nutzt, ohne diese als letzte Weisheit zu betrachten. Und der am Spielfeldrand keinen Zirkus aufführt, aber auch nicht introvertiert ist. Ach ja, und er soll gut deutsch können“, fügte
Niroomand noch hinzu.
Lebedew hatte die mittlerweile insolventen Franken auf Platz 6 der Bundesliga-Hauptrunde geführt. Zuvor sammelte er als Assistent Erfahrungen in den staken Ligen von Polen und Italien.
Der einstige australische Nationaltrainer – Platz 8 bei Olympia 2000 – ist ein wahrer Kosmopolit: Der Vater wanderte einst aus der Ukraine aus, die Mutter ist Britin, seine künftige Ehefrau Anita Polin. Geheiratet wird im Sommer in Zory bei Katowice. Rockmusik-Fan Lebedew freut sich, nach mehr als 15 Jahren wieder in eine Großstadt zu ziehen. Wohnen wird das Ehepaar in Charlottenburg. „In der Nähe sind ein indisches, ein vietnamesisches und ein bayerisches Restaurant“, schwärmt der neue SCC-Trainer. Ein echter Weltbürger.