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UN besorgt wegen möglicher Folter und Hinrichtungen in Libyen

18.07.2017, 18:15 Uhr
Genf/Tripolis (dpa) Die Vereinten Nationen sind wegen der möglichen Folter und Hinrichtung von Gefangenen in Libyen besorgt. Berichten über gequälte Gefangene und mindestens zehn Hinrichtungen von Mitgliedern der Libyschen Nationalen Armee (LNA) müssten untersucht werden, teilte ein Sprecher des UN-Hochkommissars für Menschenrechte am Dienstag mit. Ein Video, das in sozialen Medien zirkulierte, zeigte laut UN mutmaßliche LNA-Kämpfer, die Gefangene misshandelten.

Bei der LNA handelt es sich nicht um eine staatliche Armee, die im größtenteils anarchischen Bürgerkriegsland nicht existiert, sondern um Einheiten unter Kontrolle des einflussreichen Generals Chalifa Haftar. Sie kontrollieren weite Teile im Osten des zerrissenen Landes. Haftar hatte zuletzt weiter an Einfluss gegenüber der international anerkannten Übergangsregierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch im westlichen Tripolis gewonnen. Er kann Diplomaten zufolge für eine Lösung der Spaltung des Landes nicht mehr ausgeklammert werden.

Im Bürgerkriegsland Libyen konkurrieren drei Regierungen um die Macht. Die inoffizielle Führung im Osten des Landes ist dabei eng mit General Haftar und seinen Truppen verbündet. Eine Einigung des Landes ist nicht abzusehen. Ministerpräsident Al-Sarradsch hatte am Samstag allerdings Präsidentschafts- und Parlamentswahlen für März nächsten Jahres angekündigt.

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