Rund 338 000 Tonnen Abfälle aus anderen Staaten werden jedes Jahr in Brandenburg verwertet. Das geht aus einer Statistik des Umweltministeriums hervor. Allein etwa 154 000 Tonnen stammen aus Großbritannien. Die Exporte rollen über verschiedenste Transportwege bis in Kraftwerke, deren Kapazitäten seit 2005 systematisch ausgeweitet wurden. Der teilweise aufbereitete Abfall wird als Ersatzbrennstoff thermisch verwertet. Daraus entsteht zum Beispiel Prozesswärme für große Industriebetriebe oder Strom.
Im Schwedter Leipa-Kraftwerk der Unternehmensgruppe EEW Energy from Waste werden solche Stoffe mit Abfällen aus der Papierindustrie genutzt. EEW betreibt allein in Brandenburg drei Kraftwerke in Schwedt (Uckermark), Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) und Premnitz (Havelland) - insgesamt 18 in ganz Deutschland.
Doch die englischen Importe verteuern die Müllpreise in den Brandenburger Kommunen. Denn durch das höhere Aufkommen an Ersatzbrennstoffen müssen hiesige Abfallverwerter wiederum höhere Preise pro angelieferte Tonne an die Kraftwerksbetreiber zahlen. Allein in der Uckermark steigen die Entsorgungskosten für Müll dadurch um eine Million Euro pro Jahr.
Obwohl der Import-Abfall lange Transportwege überwinden muss, lohnt sich das Geschäft. Denn in England steigt die Steuer für die dort immer noch erlaubte Deponierung von Müll. Zwar werden in Großbritannien jetzt eigene Kraftwerkskapazitäten aufgebaut. Doch noch rechnet sich der Weg nach Brandenburg.
Insgesamt fast 700 000 Tonnen Abfall wurden im vergangenen Jahr aus Großbritannien nach Deutschland exportiert.