Knapp fünf Monate nach dem Insolvenzantrag ist für die Frankfurter Modulfabrik ein potenzieller Investor gefunden worden. Die Firma Astronergy, ein Unternehmen der chinesischen Chint-Gruppe, plant die Übernahme, wie Geschäftsführung und Insolvenzverwalter von Conergy am Donnerstag den Beschäftigten auf einer Mitarbeiterversammlung mitteilten. Die Verträge sollen den Angaben zufolge bis spätestens Weihnachten unterzeichnet werden.
Allerdings können nicht alle der noch 280 Frankfurter Beschäftigten übernommen werden. Im Zuge des Übernahmeprozesses ist der Abbau von 80 Arbeitsplätzen vorgesehen, wie es weiter heißt. Dazu sollen umgehend Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufgenommen werden.
"Wir freuen uns, dass wir mit Astronergy einen global agierenden Investor aus der Solarbranche gefunden haben", erklärte der Geschäftsführer des Frankfurter Modulwerks, Sven K. Starke. Er bedauerte den geplanten Personalabbau. "Im Gegenzug dazu sind jedoch der Erhalt des Standorts und die Sicherung von rund zwei Dritteln der Stellen in greifbarer Nähe. Deshalb halte ich dies trotz der Einschnitte für eine hervorragende und zukunftsfähige Lösung", fügte er hinzu.
Vertreter von Astronergy äußerten, sie wollten den Standort erhalten. "Wir wollen das Unternehmen vollumfänglich in unsere vorhandenen Strukturen integrieren", sagte Vizepräsident Chuan Lu. Das Frankfurter Werk werde von den weltweiten Vertriebskanälen von Astronergy profitieren.
Auch die Investorensuche für das Gestellwerk Mounting Systems in Rangsdorf (Teltow-Fläming), das zu Conergy gehört, sei "auf gutem Weg", heißt es weiter. Auch hier werde bis Weihnachten mit einer Lösung gerechnet. Nachdem dort im Oktober gut 50 Mitarbeiter freigestellt worden waren, sei kein weiterer Stellenabbau geplant. Die verbleibenden 150 Mitarbeiter sollen übernommen werden.
Die unter der Solarkrise leidende Firma Conergy hatte Anfang Juli Insolvenz angemeldet. Der US-amerikanische Finanzinvestor Kawa Capital übernahm seither sämtliche Vertriebs- und Servicegesellschaften des Hamburger Unternehmens einschließlich der Marke Conergy, nicht aber die beiden Werke in Frankfurt und Rangsdorf.
Die Produktion laufe derweil an beiden Standorten weiter, die Auftragslage sei "stabil", sagte eine Conergy-Sprecherin. In Frankfurt gibt es seit Oktober Kurzarbeit.