Vor allem die Reisebüros, Reiseveranstalter und Gastronomen profitieren in Brandenburg von 15 Millionen Euro Hilfsgeldern. Nach dem Auslaufen der Corona-Soforthilfen hatte der Bund ein weiteres Programm für kleine Unternehmen aufgelegt, die sogenannten Überbrückungshilfen. Firmen und Soloselbstständige, deren Umsätze aufgrund der Pandemie zusammenbrachen, konnten für Juni bis August maximal 150.000 Euro zur Deckung von Fixkosten beantragen.

Mehr als zwölf Millionen Euro Hilfsgelder ausgezahlt

In Brandenburg wurden bislang 1027 Anträge gestellt und 12,3 Millionen Euro ausgezahlt. Wie die Investitionsbank des Landes auf Nachfrage mitteilte, liegen ausreichend Anträge vor, um die Summe auszuschöpfen. Bis zum 30. September können dafür auch noch Anträge gestellt werden.
Ab Herbst ist eine Verlängerung des Programms bis Jahresende vorgesehen. Wie viel Geld Brandenburg dann vom Bund erhält, ist bisher noch unklar. Kritik gab es an den Förderbedingungen des Bundes. So muss der Umsatzausfall bei mindestens 60 Prozent liegen, damit Unternehmen Anträge stellen können. Aber gerade in der besonders gebeutelten Gastronomie sind in den Sommermonaten die Einnahmen wieder gestiegen. Hier wird ein neuer Einbruch im Herbst befürchtet, wenn die Freiluftsaison endet.

Ländern verhandeln mit dem Bund

Die Länder seien in Verhandlungen mit dem Bund über eine Veränderung der Regeln, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach am Mittwoch vor dem Wirtschaftsausschuss des Landes. Dabei geht es auch um einen Wegfall von Obergrenzen für die Hilfen. Der Austausch mit dem Bund sei „nicht besonders intensiv“, kritisierte Steinbach. Es gebe keinen Hinweis darauf, wie das Verfahren ab dem Herbst laufen solle. Firmen und Selbstständige, die im Sommer bereits Überbrückungsgeld bekommen haben, können sich im Herbst erneut bewerben. Neben Reiseunternehmen und Gastronomen haben sich bisher insbesondere Beherbergungsbetriebe, Einzelhändler und Selbstständige aus der Kreativwirtschaft um die Unterstützung bemüht.

Besonderes Hilfspaket für Start-ups

Neu angelaufen ist im September auch ein Hilfspaket, das sich besonders an Start-ups richtet. Da sie in der Regel nicht profitabel sind, haben sie Schwierigkeiten, klassische Kredite zu bekommen. Für sie stehen 14 Millionen Euro zur Verfügung. Finanziert wird das Paket zu 70 Prozent aus Bundesmitteln sowie aus Geldern Brandenburgs und der Investitionsbank des Landes ILB. Dabei handelt es sich um Darlehen, mit denen das Eigenkapital der Unternehmen gestärkt werden soll. Sie können bis Ende des Jahres beantragt werden.
Unterdessen haben Unternehmen aber auch Hilfsgelder zurückgezahlt. Knapp 3000 Firmen haben nach Informationen des Wirtschaftsministeriums rund 24 Millionen Euro Corona-Soforthilfe ganz oder teilweise zurückgezahlt. Insgesamt ausgezahlt wurden in Brandenburg etwa 550 Millionen Euro Soforthilfe. Größtenteils handelt es sich um Bundesmittel. In 56 Fällen wird wegen Betrugs im Zusammenhang mit den Hilfen ermittelt. Allerdings seien in diesen Fällen noch keine Verfahren eröffnet worden, hieß es.