Die Deutsche Bank ist seit zwei Jahren mit der Postbank verschmolzen – die als eigene Marke aber weiter geführt wird. Das Handelsblatt hatte im Juni berichtet, dass die Deutsche Bank über neue Filialkonzepte nachdenke. In Brandenburg bleibt das Netz bestehen. "Wir halten an den Filialen und dem Personal vor Ort fest," sagte Wolfgang Schmidt, in der Geschäftsleitung verantwortlich für die Privatkunden.
Die Bank lege Wert auf die Kundenbindung. Allerdings müssen sich Kunden ab 1. Oktober auf höhere Gebühren einrichten. Sie steigen für das am stärksten genutzte Aktiv-Konto von derzeit 5,90 Euro auf 6,90 Euro monatlich. Begründet wird das unter anderem mit Investitionen in Online-Services.
In Brandenburg unterhält die Deutsche Bank Filialen mit Beratungsangeboten für ihre Privat- und Firmenkunden in den größeren Städten wie Potsdam, Cottbus oder Frankfurt (Oder). Die Postbank betreibt in Ostbrandenburg ihrer Website zufolge sieben Filialen. In den vergangenen Jahren habe man Standorte schließen müssen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben waren, teilte die Postbank mit. Dieser Prozess sei weitgehend abgeschlossen. Zwar werde es auch in Zukunft noch "vereinzelt Arrondierungen geben", Schließungen im größeren Stil seien jedoch nicht geplant. In Frankfurt (Oder) sind sowohl Postbank als auch Deutsche Bank vertreten.
Zahlen per App nimmt zu
Der Frankfurter Standort der Deutschen Bank blieb auch nach Ausbruch der Pandemie geöffnet. Mit sich abwechselnden Teams habe der Betrieb aufrechterhalten werden können, sagte die Frankfurter Fillialdirektorin Grit Egerer. Gut die Hälfte der Filialen war geschlossen, seit etwa einem Monat sind alle märkischen Standorte wieder geöffnet.
Insgesamt beschäftigt das Kreditinstitut 250 Mitarbeiter im Land und weitere 35 selbstständige Finanzberater. Hinzu kommen Zentren für Online-Beratung. Über Videochat und Telefon sollen sich Kunden hier auch außerhalb von Öffnungszeiten beraten lassen können.  Online-Angebote haben einen Aufschwung erlebt. Die Kunden seien bereit, "mehr als üblich auch digitale Wege zu gehen oder auszuprobieren", sagt Grit Egerer. Die Deutsche Bank betreut in Frankfurt 16 000 Privatkunden und Unternehmen (Stand Ende 2019). Bereits in den ersten Tagen des "Lockdown" hätten sie das Online-, Mobile und Telefonbanking deutlich häufiger genutzt.
So wird das Zahlen per App beliebter. Der Aufschwung setzte schon vor der Corona-Krise ein:  Zwischen März 2019 und März 2020 nahmen diese Transaktionen um 20 Prozent zu. Auch gut ein Drittel der Wertpapierkäufe werden inzwischen per App abgewickelt. Das Wertpapiergeschäft wächst weiter, nachdem es 2019 bereits einen kräftigen Anstieg gab. Auch die Nachfrage nach Baufinanzierungen bleibt ungebrochen: In Frankfurt (Oder) belief sich das Neugeschäft bei Immobilienfinanzierungen 2019 auf etwa zwölf Millionen Euro.
Dass Privat- oder Geschäftskunden aufgrund der Krise in Zahlungsschwierigkeiten gerieten und Kredite stunden lassen mussten, komme in Brandenburg kaum vor, hieß es. Corona-Hilfskredite der KfW-Bank an Unternehmen würden schnell ausgereicht – sofern alle Voraussetzungen gegeben seien, so Christian Tertel, der in der Geschäftsleitung der Deutschen Bank für die Firmenkunden verantwortlich ist. Zumeist hätten Unternehmen bereits am Tag nach dem Antrag eine Zusage für den Kredit.
Im ersten Halbjahr verzeichnete die Bank keine coronabedingten Insolvenzen bei Geschäftskunden. "Das große Risiko ist eine zweite oder dritte Corona-Welle", sagt Tertel. Man müsse vorsichtig mit Lockerungen umgehen.

Geschäftsjahr 2019 in Zahlen


Das Geschäftsvolumen der Deutschen Bank – die Summe aus Krediten, Einlagen und Depotvolumen – betrug per 31. Dezember 2019 in Brandenburg 4,84 Milliarden Euro und in Frankfurt 358 Millionen Euro.  Das bedeutet einen Anstieg um neun Prozent im Land und um sieben Prozent in der Oderstadt im Vergleich zu 2018. Auch Wertpapiere werden an der Oder zunehmend beliebter: Bereits 2019 legten die Wertpapierdepots deutlich zu. Das Depotvolumen in Brandenburg erreichte erstmals mehr als eine Milliarde Euro. In Frankfurt (Oder) betrug es 84 Millionen Euro. Das sei ein Plus von 17 Prozent. red