Aber der 30-Jährige Deutsche hat es nicht nur weit gebracht, er will anderen helfen, Karriere zu machen. Und zwar besonders Ostdeutschen. Deshalb hat er zusammen mit dem Lübbenauer Joe Boden  und Sebastian Gottwald aus Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern den gemeinnützigen Verein "Legatum" gegründet, ein Karriere-Netzwerk speziell für Ostdeutsche. "Es gibt kaum Führungskräfte aus Ostdeutschland", sagt Marchewski. Nur 1,7 Prozent der Spitzenpositionen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur oder beim Militär sind von Ostdeutschen besetzt.
Der Lübbener hat auf seinem Weg durch Unis und Firmen im In- und Ausland festgestellt, dass er dort oft einer von nur wenigen Ostdeutschen war. Zum Beispiel am MIT:  Unter den etwa 15 Deutschen, die er am MIT kennt, sagt er, ist er der einzige aus den neuen Bundesländern. Eine Ursache für den Mangel an ostdeutschen Topmanager sieht der Management-Student im Zusammenbruch der Industrie im Osten nach der Wende. Es fehle eine Generation an Führungspersönlichkeiten, die Vorbilder für die nächste Generation sind und sie auf ihrem Karriereweg unterstützen. Zum Beispiel bei: Praktika. "Studenten unterschätzen oft, wie wichtig Praktika sind", sagt Jens Marchewski.  Universitäten fördern das nach seiner Erfahrung oft nicht ausreichend.  Weil die große Industrie in den neuen Bundesländern fehlt, ist es aus Sicht der Legatum-Gründer für Studierende dort schwieriger, Zugang zu solchen Firmen zu finden.
Der Lübbener hat die Erfahrung in seinem Studium an einer Hochschule in Hessen selbst gemacht, als er ein Praktikum bei einer Bank suchte.  Seine Kommilitonen hatten teilweise schon praktische Erfahrung bei Banken oder hatten dort Bekannte. Marchewski fand schließlich auch einen Platz - mit Hilfe von Absolventen seiner Hochschule. Daraus hat er damals gelernt,  dass es nicht immer nur um das eigene Können geht, sondern informelle Netzwerke wichtig sind.
Die will  Legatum knüpfen. Die Idee: erfolgreiche junge Leute mit erster Berufserfahrung helfen Studierenden. Derzeit machen bei Legatum 30 solche Mentoren mit und 30 Studierende. Die Mentoren arbeiten bei Firmen wie Siemens, der Deutschen Bank oder McKinsey.  Sie sollen den Studenten helfen, Karriereziele zu finden, sich zu bewerben, Kontakte zu knüpfen.  Mentor und Student zahlen einen symbolischen Euro pro Monat. Beiden soll die Plattform nützen, ihre Kontakte auszubauen. Als Jobvermittlung sieht sich Legatum ausdrücklich nicht.
Die Mentoren  müssen nicht aus den neuen Bundesländern kommen. Die Studierenden sollten Ostdeutsche sein. Aber wer ist ein Ostdeutscher? "Wer in den neuen Bundesländern aufgewachsen ist", sagt Marchewski. Hier das Abi gemacht zu haben, ist für ihn ein gutes Kriterium. "Aber wir werden das nicht zu hundert Prozent überprüfen." Als eine Institution, die Mauern zwischen West und Ost zementiert,  will Legatum nicht verstanden werden: "Wir möchten die Einheit Deutschlands fördern, indem wir unseren Beitrag zu der Entwicklung Ostdeutschlands leisten durch das Ausgleichen von strukturellen Unterschieden", schreiben die Gründer auf ihrer Webseite. Als nächstes will Legatum erfahrene Führungskräfte einbinden und auch Schülern bei der Studienwahl helfen. Für Jens Marchewski steht sein Master-Abschluss am MIT an. Einen Job hat er in Aussicht  – bei einen großen Tech-Unternehmen in den USA.

Wie Studenten und Mentoren zueinander finden


Bewerben können sich Studenten ab dem 1.Semester, die Interesse an Wirtschaft haben. Mentor kann jeder werden, der mindestens einen Bachelor-Abschluss hat und zwei Jahre Berufserfahrung.

Ab April beginnt die nächste Bewerbungsphase für Studierende. Wer Interesse hat, kann sich nun mit seiner E-Mail via Website registrieren lassen. Mentoren können sich jederzeit bewerben. Informationen auf www.legatum-netzwerk.de red