Auf rund zwei Hektar Ackerbrache bei Bad Saarow (Oder-Spree) entsteht eine der Ersatzpflanzungen für die 143 Hektar Wald, die Tesla bei Grünheide fällen will. Auf 90 Hektar ist Kiefernforst bereits für die Gigafactory abgeholzt, weitere 60 Hektar sollen im Herbst folgen. Nach dem Brandenburger Waldgesetz muss der US-Autobauer für einen Ausgleich sorgen. Die Flächenagentur Brandenburg hat einen Vertrag mit Tesla geschlossen und 143 Hektar Ersatzflächen gefunden. "Das war schwierig. Es musste schnell gehen", sagt  Martin Szaramowicz, Prokurist der Flächenagentur. Die 48 Standorte sind verteilt aufs Land und zwischen knapp 20 Hektar und 5000 Quadratmetern groß. Auf etwa 40 Prozent der gesamten Fläche wächst bereits neuer Wald nach.
Franziska Lange kümmert sich um diese Ersatzpflanzung bei Bad Saarow. "Das Problem hier ist, dass die jungen Bäume nicht den Schutz von älteren Bäumen haben." Nur heimische Arten, die Sonne gut vertragen, konnten ausgewählt werden: Kiefern, Eichen, Winterlinden oder Hainbuchen. Die Setzlinge müssen regelmäßig vom wuchernden Gras freigeschnitten werden, das ihnen Licht und Nährstoffe nimmt.
Die 32-Jährige arbeitet für die Firma Grüntausch, eine Tochter der Forst- und Gewerbe GmbH, die zur August-Bier-Stiftung in Sauen gehört. Grüntausch ist einer der Partner, mit denen die Flächenagentur als Vermittlerin und Koordinatorin zusammenarbeitet. Teils kümmern sich die Agentur oder die Partnerfirmen um die notwendigen Arbeiten. Mitunter übernehmen auch die Landeigentümer selbst Pflanzung und Pflege.  Die Fläche bei Bad Saarow gehört einem Privateigentümer. So vielfältig als möglich solle der neue Wald sein, sagt Franziska Lange. Angestrebt sind 50 Prozent Laubbaum-Anteil. Auf dem sandigen Boden bei Bad Saarow sind aber eher 60 Prozent Kiefer und 40 Prozent Laubbäume das Ziel.
Die Trockenheit macht den Setzlingen zu schaffen. Bei Bad Saarow musste bereits nachgepflanzt werden. Auch an anderen Standorten gab es Schäden, aber nicht an allen. Deshalb sollen die Bäume, die noch zu pflanzen sind,  in der Wintersaison in den Boden gebracht werden, wenn es mehr regnet als im Frühjahr. Um die Ersatzpflanzungen abzusichern,  muss Tesla  Geld bei den Forstbehörden hinterlegen. Das ist so üblich. So soll auch bei Firmenpleiten der Wald nicht leiden.
Die  Konzepte für die jeweiligen Pflanzungen werden mit den Revierförstern abgestimmt, erläutert Franziska Lange. Sie entscheiden am Ende, ob die Neupflanzung als junger Wald gelten kann. Bisher rechnete man dafür mit fünf bis acht Jahren. Martin Szaramowicz geht aber davon aus, dass es aufgrund der Klimaänderung bis zu zehn Jahre dauern kann. Ökologisch ist der nachwachsende Wald für ihn wertvoll. Gerade solche jungen Bestände gebe es im Land zu wenige.

Flächenagentur Brandenburg

Als Dienstleister im Naturschutz – so versteht sich die Flächenagentur. Sie entwickelt Flächenpools und vermittelt Land, aber auch Leistungen wie Pflanzung und Pflege an Investoren. Ausgleich für Wald oder andere Eingriffe in die Natur sollten nicht verstreut und konzeptionslos stattfinden,  das war die Gründungsidee 2002. Gesellschafter ist der Naturschutzfonds Brandenburg als Stiftung öffentlichen Rechts. Flächen werden durch die Agentur in Kooperation mit der Stiftung erworben, um sie dauerhaft zu sichern.  Es können aber auch Modelle wie eine Sicherung im Grundbuch vereinbart werden. red