Der Internetkonzern Google wird in den kommenden Jahren eine Milliarde Euro in den Bau von zwei neuen Rechenzentren im Großraum Berlin und in Hanau bei Frankfurt (Main) sowie in den Ausbau erneuerbarer Energie in Deutschland investieren. Das kündigte der US-Internetkonzern am Dienstag (31. August) in Berlin an. Der Investitionsplan reicht bis ins Jahr 2030.
Die Cloud-Anlage in Hanau sei nur 20 Kilometer vom weltgrößten Internetknoten DE-CIX entfernt, sagte Philipp Justus, Googles Zentraleuropa-Chef. Das vierstöckige Gebäude mit einer Nutzungsfläche von rund 10.000 Quadratmetern werde 2022 voll betriebsbereit sein. Google passt damit die Frankfurter Cloud-Region an die wachsende Nachfrage nach Cloud-Diensten in Deutschland an.

Google-Serverstandort in Berlin oder Brandenburg bleibt unbekannt

Parallel dazu wird Google eine neue Cloud-Region Berlin-Brandenburg einrichten. Doch wo sollen das Rechenzentrum in Berlin oder Brandenburg entstehen? Der genaue Standort der Server wurde nicht mitgeteilt.
Gegenüber dem IT-Branchendienst Golem erklärte Justus: „Den Standort veröffentlichen wir nicht. Es ist aber ein Standort in der Region, in Berlin und Brandenburg.“ Der Standort könne selbst betrieben oder angemietet sein. „Wir haben eine sehr, sehr hohe Nachfrage von Unternehmenskunden hier in der Region Berlin-Brandenburg“, sagte Justus. „Und je näher wir an diesen Kunden dran sind mit einer Cloud-Region, umso schneller, umso zuverlässiger funktionieren auch die Dienste, die die Google Cloud diesen Unternehmen bietet.“

Datenlaufzeiten reduziert sich durch neue Server-Standorte

Die verschiedenen Cloud-Regionen dienen vor allem dem Zweck, mit den eigenen Dienstleistungen räumlich näher an die Kundschaft zu rücken. Dadurch reduzieren sich beispielsweise Datenlaufzeiten (Latenz) im Vergleich zu einer trans-atlantischen Datenverbindung erheblich. Für die Kunden gibt es aber auch rechtliche und regulatorische Gründe, besser auf Cloud-Rechnern zu arbeiten, die in Deutschland stehen, statt Anlangen in den USA zu verwenden.
Ein erheblicher Teil des Google-Investments fließt in die Produktion erneuerbarer Energie in Deutschland, denn die Rechenzentren sind auch riesige Stromverbraucher. Seit 2017 gleicht Google bereits seinen weltweiten jährlichen Stromverbrauch durch den Einkauf von Öko-Strom aus. Google kündigte nun an, dass der lokale Energiepartner Engie Deutschland aus Köln in den kommenden Jahren mehr als 140 Megawatt (MW) an Solar- und Windenergie in das deutsche Netz einspeisen wird.
Dazu gehörten eine neue 39-MW-Photovoltaikanlage und die Erhaltung von 22 Windparks. Damit soll sichergestellt werden, dass „ab 2022 zu jeder Stunde rund 80 Prozent der an die Google-Infrastruktur gelieferten Energie aus CO2-freien Quellen stammt“.