„Die meisten Unternehmen, bei denen mobiles Arbeiten möglich ist, machen ihren Beschäftigten längst zahlreiche Angebote“, teilte UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck am Mittwoch mit. „Zusammen mit den Gewerkschaften haben wir dazu aufgerufen, dies noch auszuweiten.“ Den Firmen drohe nun eine „Bürokratie-Flut“ - „ausgerechnet in einer Zeit, in der viele Firmen ums Überleben kämpfen. „Bei uns bleibt der Eindruck, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird.“

Arbeitgeber müssen Arbeit im Homeoffice zulassen

Bund und Länder hatten am Vortag unter anderem strengere Regeln am Arbeitsplatz beschlossen. Arbeitgeber müssen Arbeit im Homeoffice zulassen, wenn das möglich ist. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) forderte die Beschäftigten und Unternehmen auf, die neuen Homeoffice-Möglichkeiten massiv zu nutzen.

IHK: „Populistische Debatte“

Die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) hob hervor, dass keine Homeoffice-Pflicht eingeführt werde, sondern die Verpflichtung, Homeoffice zu ermöglichen. Beschäftigte hätten auch keinen Anspruch darauf, dass ihnen am Wohnort ein Telearbeitsplatz eingerichtet werde.
„Aus Sicht der Wirtschaft bleibt festzuhalten, dass hier über Wochen hinweg eine populistische Debatte auf Kosten der Wirtschaft geführt wurde, die an der Realität in vielen Betrieben vorbei geht“, teilte die IHK mit. In mehr als zwei Drittel der Betriebe werde schon Homeoffice praktiziert. Die Kammer sprach sich dafür aus, dass im Sinne der Pandemiebekämpfung auch die Behörden ihre Mitarbeiter konsequenter an heimische Arbeitsplätze wechseln lassen.
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