Groß sind demnach die Unterschiede vor allem in den städtischen Ballungsräumen. In Berlin liegt die Differenz zwischen Bestandswohnung und Neubau im mittleren Preissegment beispielsweise bei rund 110 000 Euro. Bei luxuriösen Wohnungen kann eine neue Immobilie um die 150 000 Euro mehr kosten. Dabei ist die Hauptstadt deutschlandweit nicht das teuerste Pflaster.
Insbesondere in Teilen Sachsens und Nordrhein-Westfalens sowie in der Region München sind Neubauten deutlich teurer als Bestandswohnungen. Die mit Abstand größten Preisunterschiede zeigen sich der Studie zufolge im Landkreis Miesbach, eine Dreiviertelstunde von München entfernt. Dort kostet der Quadratmeter einer gebrauchten Wohnung im mittleren Preissegment 5600 Euro, in einem Neubau knapp 9400 Euro. Vergleichsweise moderat nimmt sich da  Brandenburgs Landeshauptstadt Potsdam aus. Bei einer Bestandswohnung aus dem mittleren Segment geht der Wohnatlas von 3600 Euro pro Quadratmeter aus, beim Neubau der Mittelklasse sind es 5200 Euro. Hingegen sind in vielen ländlichen Gebieten nach Angaben der Studienautoren die Differenzen deutlich geringer als im städtischen Umfeld. So beträgt der Quadratmeterpreis im mittleren Preissegment im Landkreis Oder-Spree um 1900 Euro im Bestand. Für die neue Immobilie haben die Studienautoren 3700 Euro ausgerechnet. Zu den besonders preiswerten Regionen in Brandenburg zählen Prignitz und Uckermark, zu  den teuren Gegenden Potsdam und Potsdam-Mittelmark. "Kleinere Preisaufschläge für Neubauten sollten Käufer mindestens in Betracht ziehen. Denn die Vorteile sparen unter Umständen bares Geld: moderne Haustechnik, höhere Energieeffizienz und Gewährleistungsansprüche bei Mängeln. Wer sich für einen Neubau entscheidet, bleibt meist einige Jahre von Reparaturen verschont", sagt Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft Postbank.

Gutachter beim Kauf einer Immobilie

Allerdings sei ein Neubau tendenziell das riskantere Vorhaben. Oft existieren zum Zeitpunkt des Kaufs lediglich Baupläne und Zeichnungen – wie das Raumgefühl der eigenen vier Wände tatsächlich sein wird, zeigt sich dann erst beim Bezug.  Bei gebrauchten Immobilien sieht der Interessent bei der Besichtigung zwar sofort, was er bekommt. Allerdings sollten Käufer Sachverständige oder Gutachter hinzuziehen, um zu überprüfen, ob eine Immobilie gravierende Mängel aufweist, rät Grunwald.
Nicht überall ist jedoch der Neubau die teurere Variante. In vielen Regionen sind begehrte Lagen längst bebaut. Bei hochpreisigen Immobilien werden in acht Landkreisen für  Altbau höhere Preise fällig. Dazu gehört im Osten der Landkreis Rostock.