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Sie stecken jetzt voller Duft und Aroma. Mit Tees, Tinkturen und Kräuterölen lassen sich die Pflanzen ganz einfach konservieren. Von Helga Schneller

Aromatisch
Ernten, trocknen und genießen - Gartenkräuter jetzt konservieren

Helga Schneller / 13.08.2019, 17:18 Uhr
Ulm (SWP) Die Sommerwochen sind eine herrliche Zeit des Kräuterglücks.

Von Sonne durchdrungen, präsentieren sich viele Gartenkräuter voller Blüten-, Duft- und Aromafülle. Ob Lavendel oder Thymian, Salbei, Rosmarin oder Minze – würzige Kräuter verleihen einem einfachen Gericht oder Sommercocktail erst das richtige I-Tüpfelchen. Zudem haben viele Kräuter wohltuende oder heilende Wirkungen und können als kleine Hausapotheke dienen. Auch wild wachsende Kräuterpflanzen wie Johanniskraut, Schafgarbe oder Brennnesseln können als Heilpflanzen viel Gutes für Gesundheit und Wohlbefinden tun.

Während der Vegetationszeit dürfen alle Kräuterfans aus den Vollen schöpfen. Schnuppern, zupfen, würzen oder einen Tee mit frischen Kräutern brühen – all das ist den ganzen Sommer hindurch möglich. Wer ein Stück vom Kräuterglück in Herbst und Winter retten möchte, sollte sich jetzt einen Vorrat der kraftvollen Pflanzen anlegen.

Verschiedene Möglichkeiten bieten sich zum Konservieren an: Trocknen für Tee oder Kräutersalz etwa, Kräuteressig und -öl ansetzen oder eine heilsame Tinktur herstellen. Das Schöne daran: Es geht ganz einfach, diese Kräuterprodukte selbst herzustellen. Und hübsch verpackt ist ein liebevolles Mitbringsel zur nächsten Gartenparty auch gleich zur Hand.

Zunächst sollten die Pflanzen zum richtigen Zeitpunkt geerntet werden, bei den meisten Blattkräutern kurz vor oder mit Beginn der Blüte. Mediterrane Pflanzen wie Thymian, Oregano, Majoran oder Salbei haben dann ihr stärkstes Aroma. Lavendel wird geerntet, solange die Einzelblüten an der Rispe noch geschlossen sind, Kamilleblüten, sobald sich die weißen Blütenblätter nach unten biegen. Alle diese Kräuter enthalten reichlich ätherische Öle. Sie lassen sich wunderbar trocknen und behalten dabei Duft und Geschmack. Zum Trocknen schlecht geeignet dagegen sind Pflanzen mit weichen, saftigen Blättern wie Basilikum, Schnittlauch oder Dill.

Fertig sind sie, wenn sie knistern

Perfekt zum Ernten ist die Mittagszeit während einer Reihe von Sonnentagen. Mit einer Gartenschere werden ganze Stiele von den Kräutern abgenommen und locker in einen Korb gelegt, ohne die Pflanzen zu quetschen. Vor dem Trocknen werden Kräuter nicht gewaschen, nur ausgeschüttelt und auf Blattläuse oder sonstige kleine Insekten kontrolliert. Danach bündelt man die Pflanzen nach Art und hängt sie kopfüber in einem trockenen, luftigen und dunklen Raum wie dem Dachboden oder der Vorratskammer auf. Ungeeignet sind ein Platz mit direkter Sonneneinstrahlung und die Küche mit feuchten Kochdämpfen. Blüten und Blütenblätter, beispielsweise von Rosen oder Ringelblumen, können schonend auf einem mit Baumwolltuch belegten Kuchengitter getrocknet werden.

Fertig sind die Kräuter, wenn sie beim Berühren leicht knistern. Von aufgehängten Stielen werden die Blätter dann vorsichtig abgestreift. Zum Aufbewahren eignen sich Schraubgläser gut, sofern sie lichtgeschützt im Schrank stehen, oder auch Blechdosen. Behälter aus Kunststoff sind wegen möglicher Wechselwirkungen mit den ätherischen Pflanzenölen nicht empfehlenswert.

Am besten bleibt das Aroma erhalten, wenn die Kräuter unzerkleinert gelagert und erst kurz vor der Verwendung zwischen den Handflächen gerebelt werden. So lassen sich die getrockneten Schätze zum Würzen in der Küche oder für die ganz persönliche Teemischung verwenden, etwa mit Minze, Zitronenverbene, Brennnessel und Schafgarbe. Schnell gemacht ist auch ein würziges Kräutersalz. Dafür eignen sich am besten stark aromatische Kräuter wie Salbei, Rosmarinnadeln, Majoran und Bohnenkraut. Die getrockneten und gerebelten Pflanzen vermischt man zu gleichen Teilen mit Meersalz.

Als Geschenk aus der Küche kommt garantiert auch ein selbst gemachtes Kräuteröl gut an. Dafür wird eine saubere Flasche mit verschiedenen Kräuterzweigen bestückt, beispielsweise mit Salbei, Rosmarin, Basilikum und Thymian. Nach Belieben können zum Aromatisieren noch halbierte Knoblauchzehen, getrocknete Chilis oder Zesten einer Bio-Zitrone dienen. Dann wird mit kalt gepresstem Olivenöl aufgefüllt. Nach der gleichen Methode entsteht ein kräuterwürziger Essig aus Weißwein- oder Apfelessig. Wichtig: Nur einwandfreie und trockene Kräuter verwenden! Etwa zwei bis drei Wochen nach dem Ansetzen haben Kräuteröl und -essig das Aroma angenommen und sind bereit zum Genießen. Mit der Zeit aus der Flüssigkeit ragende Pflanzenteile sollten entfernt werden, damit sie nicht schimmeln.

In welcher Form Duft und Würze der Sommerkräuter auch eingefangen werden – aus den eigenen Händen ist es immer etwas ganz Besonderes.

Salbei-Mundwasser selbst gemacht

Der desinfizierende Salbei ist ideal für die Mund- und Zahnpflege.

Für ein Mundwasser wird zunächst eine Salbeitinktur angesetzt: Frische Blätter von Gartensalbei (Salvia officinalis) in ein kleines Schraubglas zupfen und mit handelsüblichem Doppelkorn aufgießen, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind. 4 Wochen ans helle Fensterbrett stellen und immer wieder schütteln. Danach den Salbei abseihen und die Tinktur in eine braune Apothekerflasche füllen. Täglich ein paar Tropfen ins Zahnputzwasser geben. Auch zum Gurgeln bei Halsschmerzen empfehlenswert.

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