Die DDR war noch real existent und überall zu spüren. Im März hatte das Volk bei den ersten freien Wahlen mit der Mehrheit für die Allianz für Deutschland eine Entscheidung für die deutsche Einigung getroffen. Wie schnell der Prozess dann Realität werden würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand. Doch klar war: Dem gesamten Land und den Menschen in der Region stand ein tiefgreifender Wandel bevor, über den sie genau Bescheid wissen wollten. Jahrzehntelang hatten die Medien der DDR den Bürgern eine heile Welt vorgegaukelt, die sie doch viel lieber selbst erkannt und bewertet hätten.
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Dabei ging es nicht nur um die große Politik, sondern vor allem um das reale Leben hier vor Ort. Männer und Frauen, die in Oranienburg und Umgebung ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen wollten und den Aufbruch gestalten, sollten im Mittelpunkt der Berichterstattung stehen. Nicht vergessen werden sollten aber auch diejenigen, die nicht so gut Schritt halten konnten, die in ihrem Alltag Hilfe brauchten. Aber auch Unterhaltung und Sport sollten zum festen Bestandteil der neuen Zeitung werden.
Im April 1990 erschien die erste Ausgabe - damals noch als Wochenzeitung. Aus dem provisorischen Verlag im Container mit einem einzigen Telefon für Redaktion, Anzeigenabteilung und Vertrieb ist ein Medienhaus mit eigenem Druckhaus im Oranienburger Gewerbegebiet geworden. Mehr als 20 000 Ausgaben des OGA und von seinen Schwesterausgaben werden täglich gedruckt. Doch eines hat sich über 25 Jahre nicht geändert: Die Menschen aus der Region mit ihren ganz persönlichen Geschichten stehen immer noch im Mittelpunkt.
Großes Bedürfnis: Wenn es besondere Nachrichten aus der Region gab, wurden sogar Sonderausgaben gedruckt und per Handzettel verteilt - wie hier zur Stahlwerksbesetzung 1991.Foto: Archiv-OGA
Warum 1990 der Oranienburger Generalanzeiger entstand