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Eiltempo
Weltkriegsbombe in Wendisch Rietz erfolgreich entschärft

Robert Kudick, Peer Bärsch und Ralf-Tore Fabig vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes nach der Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Wendisch Rietz.
Robert Kudick, Peer Bärsch und Ralf-Tore Fabig vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes nach der Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Wendisch Rietz. © Foto: Bernhard Schwiete/MOZ
Bernhard Schwiete / 02.04.2020, 19:11 Uhr - Aktualisiert 03.04.2020, 07:29
Wendisch Rietz (MOZ) Am Ende konnte überpünktlich zum Mittagessen gerufen werden. Als alles getan war, versammelten sich die rund 60 Einsatzkräfte noch einmal auf dem Parkplatz am Restaurant Fisch-Haus, der als Lagezentrum ausgewählt worden war. Es gab Bockwurst mit Brötchen, von der Scharmützelsee-Amtsverwaltung spendiert. Noch nicht einmal 12 Uhr war es da. Eine halbe Stunde vorher war die Weltkriegsbombe im Kieferngrund in Wendisch Rietz, die der Grund für den Großeinsatz war, erfolgreich entschärft worden. Am Vortag hatte es noch geheißen, es könne bis gegen 14 Uhr dauern.

Zweiter Einsatz im Landkreis Oder-Spree

„Wir haben den Zünder herausgeschraubt. Es gab keine Komplikationen“, berichtete Ralf-Tore Fabig vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes, nachdem er die 100 Kilogramm schwere Fliegerbombe russischer Herkunft mit seinen Kollegen Robert Kudick und Peer Bärsch unschädlich gemacht hatte. Für die Spezialisten war es der zweite Einsatz binnen einer Woche im Landkreis Oder-Spree.

Erst vergangenen Freitag waren sie nach Erkner gerufen worden, wo sie es, ebenfalls auf einem Privatgrundstück, gleich mit zwei Zündern zu tun hatten. „Deswegen war es heute einfacher“, bilanzierte Fabig.

150 Menschen mussten Häuser verlassen

Die ersten Einsatzkräfte hatten bereits morgens um 6 Uhr mit ihrer Arbeit begonnen, wie Amtsdirektor Christian Riecke vor Ort berichtete. Ein Sperrkreis mit einem Radius von 300 Metern musste eingerichtet werden. Weite Teile der Wendisch Rietzer Siedlung waren betroffen. Rund 150 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, außerdem musste das Awo-Seniorenzentrum Märkische Heide geräumt werden.

Mit einem Reisebus und Krankenfahrzeugen wurden die Senioren in eine andere Einrichtung der Awo nach Strausberg gebracht. Weil die dortige Tagespflege wegen des Coronavirus geschlossen ist, stand ausreichend Platz zur Verfügung. Mitarbeiter des personell aufgestockten Ordnungsamtes, darunter Jugendkoordinator Arnd Lübbe, klingelten unterdessen an allen Türen im Sperrkreis, um zu kontrollieren, ob die Häuser wirklich verlassen waren. „Es ging alles zügig und friedlich“, erzählte Lübbe.

Notunterkunft leer

Als Anlaufstelle für die Zeit bis zur Entschärfung wurde das Haus des Gastes angeboten. An den Tischen standen Stühle nur an den Stirnseiten, um Abstand halten zu können. Zur Betreuung waren Susanne Pack und  Judith Schenk aus der Kita Buddelflink vor Ort. Sie hatten sogar Tee vorbereitet, obwohl darum gebeten worden war, sich selber zu verpflegen. Außerdem hatten sie die Märkischer Oderzeitung und den Märkischen Markt als Lektüre ausgelegt. Der Saal blieb dann allerdings menschenleer. Sämtliche Betroffene hatten andere Aufenthaltsorte für die Sperrzeit gewählt.

Im Laufe des Nachmittags trafen dann nach und nach die Senioren wieder in ihrem Heim ein. Alle waren wohlauf, wie eine Awo-Sprecherin mitteilte. Auch für die Senioren hatte es in Strausberg zunächst noch Mittagessen gegeben.

Zahlreiche Verkehrssperrungen

Innerhalb des Sperrkreises ergaben sich Einschränkungen durch Sperrungen für den gesamten Verkehr. Betroffen davon waren neben der Bundesstraße 246 auch eine Landesstraße sowie Gemeinde- und Anliegerstraßen sowie die Regionalbahnlinie 36 und der regionale Busverkehr.

Am Fundort wurden bereits am Vortag umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

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