Es ist ein Novum, das nächstes Jahr in Criewen startet. Erstmals seit 30 Jahren baut die öffentliche Hand wieder eine neue Kindertagesstätte. 2020 wird auf dem Gelände des Nationalparkzentrums im Ortsteil Criewen die Nationalpark-Kita "Kleine Wildhüter" entstehen. Das hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Bis zu 55 Kinder können darin betreut und kindgerecht für Natur und Naturschutz begeistert werden. Die Baukosten sind mit 3,5 Millionen Euro veranschlagt.
Seit der Wende hat Schwedt eher damit zu tun, Kitaplätze an den Bevölkerungsrückgang anzupassen, zu gut deutsch, abzubauen. Mittlerweile sind die verbliebenen städtischen und freien Kitas rammelvoll, der kreisliche Kitabedarfsplan hat für Schwedt sogar Platzmangel und einen Bedarf von 120 zusätzlichen Plätzen ermittelt. Hauptgrund für den Neubau ist der Ersatz der baufälligen Kita "Adebar" in einer Holzbaracke auf dem Criewener Vorwerk. Die hat 25 Plätze. Die neue Kita wird mehr als doppelt so groß.
Vor sechs Jahren hatte die Kirche als freier Träger vorgemacht, dass zeitgemäße Kinderbetreuung auch moderner und attraktiver Einrichtungen bedarf, die von den Eltern bewusst gewählt werden. Die evangelische Kita zog 2013 mit ihrer Kita "Arche" aus einem Plattenbau im Abrissgebiet in einen einer Arche nachempfundenem Neubau im Stadtzentrum um. Saniert und auf neueste Bestimmungen angepasst hat die Stadt auch  andere Kitas. In Vierraden wurde zuletzt die Kita des UBV für mehr als eine halbe Million Euro in puncto Sicherheit ertüchtigt.
Spielhof mit Holz und Matsch
Die neue Kita "Kleine Wildhüter" wird mehr als ein Ersatzbau. Die Gestaltung des Hauses und des Spielumfeldes sowie das pädagogische Konzept wurden speziell für den Standort konzipiert. Die Planer von Dörner und Partner haben für das Außengelände natürliche Elemente wie Feldsteine, Holz, Sandstein und sogar eine Matschstrecke verwandt. Die Kita ist mit naturbelassenem Holz verkleidet, beheizt mit Wärmepumpe, lädt bei gutem Wetter zu Essen und Spiel auf Terrassen ein, hat einen Spielflur, der wie die Flussaue im Nationalpark mit Hügeln, Senken, Höhlen und Kletterbäumen gestaltet ist. Im pädagogischen Konzept geht es um viel Bewegung im Freien wie Klettern, Bauen, Springen, um Tiere und Pflanzen im Nationalpark, achtsamen Umgang mit der  Umwelt, Verantwortung und nachhaltiges Handeln. "Wir denken, dieses Konzept wird nicht nur Eltern aus Criewen und der näheren Umgebung interessieren", sagt Sozialdezernentin Annekathrin Hoppe.
Der Bau soll im Herbst 2020 starten, wenn die beantragten 2,6 Millionen Euro Fördermittel von der EU bewilligt sind. Mit der Eröffnung der Nationalparkkita ist Anfang 2022 zu rechnen.