„Auf meine Nachfrage im Brandenburgischen Landtag an den Verkehrsminister Herrn Vogelsänger gab dieser bekannt, dass die Brandenburgische Landesregierung Kompensationen möglich machen wird“, so Torsten Krause, Mitglied der rot-roten Koalition im Landtag. Jörg Vogelsänger reagierte gestern schriftlich auf Anfrage von Krause. Demnach will das Land jetzt Bestellungen im Regionalverkehr ergänzen und somit die drei von der Deutschen Bahn mit dem Fahrplanwechsel gestrichenen Intercity-Züge von Berlin in den Norden ausgleichen.
Nach Angaben von Krause werden zwischen Prenzlau, Angermünde, Eberswalde und Berlin sechs zusätzliche Regionalexpresszüge eingesetzt, die den bisherigen Fernverkehr ersetzen werden. Die Bahn hatte drei von fünf bestehenden Intercity mit Halt in Prenzlau gestrichen. Von und nach Prenzlau seien damit bereits zwei Angebotslücken geschlossen. Zum 10. Januar 2011 werde das Ersatzangebot zwischen Eberswalde bzw. Angermünde und Prenzlau am Nachmittag (von Montag bis Freitag) um vier weitere Züge erhöht.
Die neuen Verträge dafür wurden jetzt mit der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (ODEG) abgeschlossen. Das bestätigt Elke Krokowski vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Dadurch entsteht ein zusätzliches Angebot zwischen Angermünde und Eberswalde. Denn die ODEG fährt früh von Eberswalde über Angermünde nach Prenzlau, pendelt dann zwischen Prenzlau und Angermünde hin und her und fährt abends nach Eberswalde zurück. Wochentags ist damit wieder die gleiche Anzahl von Verbindungen in die Kreisstadt der Uckermark abgesichert wie vor dem Fahrplanwechsel.
Die zweistündlich verkehrenden Züge des Regionalexpress 3, die noch vorhandenen Fernzüge und die nun zusätzlichen Züge ergänzen sich damit zu einem weitgehend einstündigen Angebot. „Rot-Rot kommt damit für die Kürzungen der Schwarz-Gelben Bundesregierung auf“. so Torsten Krause. „Weil wir die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger im Schienenpersonennahverkehr als nicht hinnehmbar erachten.“
Die genauen Zeiten der jeweiligen Züge stehen noch nicht im Fahrplan fest. Sie sollen sich aber besser an den Pendlerverbindungen von und nach Berlin orientieren, so der VBB.
Die Nachrichten aus dem Landtag werden vor allem Berufspendler sowie Schüler mit Freude aufnehmen. Sie wussten mit Fahrplanwechsel am 12. Dezember plötzlich nicht mehr, wie sie ihre Verbindungen zur Arbeit bzw. zur Schule aufrecht erhalten sollten. Das hatte erhebliche Proteste nach sich gezogen. So verabschiedete die Stadtverordnetenversammlung Prenzlau eine Resolution an das Land mit der Bitte um Ersatz der Fernverbindungen. Dem schloss sich der Uckermark-Kreistag an. Der Fahrgastverband ProBahn hatte zuvor bereits auf das Defizit aufmerksam gemacht.
Wie teuer die Ersatzlösung wird, ist bisher nicht bekannt. Doch der Verkehrsminister habe im Rahmen des Landeshaushaltes einen gewissen Spielraum, so Torsten Krause.