„Bis jetzt ist nur kundgetan, dass die Wachen an den Standorten der Schutzbereiche erhalten bleiben“, sagt Wolfgang Frick, Vorsitzender der Kreisgruppe Barnim von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Speer habe die Option offengehalten, dass es auch 22 oder 24 sein könnten. „Aber zu den 15 zählt Eberswalde definitiv nicht.“ Als sogenannte Tageswache, so Frick, wäre die Eberswalder Wache dann nur noch am Tage besetzt. „Alles andere würde von Bernau aus bedient.“ Vom Innenministerium heißt es auf MOZ-Nachfrage dazu: „Am 7. Juli stellt der Minister die Pläne vor.“ Davor sei alles Spekulation.
„Es verdichten sich die Gerüchte, dass nicht nur das Landeskriminalamt aus Eberswalde abgezogen werden soll, sondern auch die 24-Stunden-Wache“, informierte Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski aber bereits die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung. Auch Uwe Schoknecht, Bürgermeister der Gemeinde Schorfheide berief sich vor seinen Gemeindevertretern auf eine Information, dass dies angedacht sei. In einem Brief an Minister Speer hat Schoknecht auf Zwischenfälle vergangener Jahre aus dem Rockermilieu sowie rechtsextremistische Vorgänge in Finowfurt hingewiesen. „Ich möchte Sie dringend bitten, die Entscheidung noch einmal zu überdenken“, schreibt er in dem Brief.
78 Polizeivollzugsbeamte sind in Eberswaldefür 67 500 Einwohner in ganz Oberbarnim zuständig. Ist die Wache nachts geschlossen, „wäre das für den Nordosten Brandenburgs katastrophal“, sagt Frick von der GdP. „Ordnung und Sicherheit sind damit infrage gestellt.“
Eberswalde sei ein Schwerpunkt für Einsätze im Bereich Rauschgift- und Rockerkriminalität. „Unter diesem Gesichtspunkt kann auf eine 24-Stunden-Wache nicht verzichtet werden“, bekräftigt auch Boginski. Trotz seines Urlaubs wird der Bürgermeister morgen auf dem Marktplatz stehen, um mit der Polizeigewerkschaft gegen die Pläne des Landes zu demonstrieren. Unterstützung haben auch Stadtverordnete zugesagt.
Von 8 bis 12 Uhr findet die Aktion mit Unterschriftensammlung statt. Der schriftliche Protest aus Eberswalde soll den Innenminister noch vor Bekanntgabe seines Reformpakets persönlich erreichen.