Vor stimmungsvoller Kulisse in der Külzviertel-Sporthalle bezwangen sie den bisherigen Tabellennachbarn SSV Samswegen mit 753,2:668,4 Relativpunkten. In der Bundesliga gibt es für die beiden Teildisziplinen Reißen und Stoßen sowie abschließend für den Gesamt-Punktestand jeweils einen Zähler. Als besondere Stärke der OST-Mannschaft hatte sich im bisherigen Saisonverlauf das Reißen erwiesen, bei dem man mit jeweils knapp unter oder über 300 Relativpunkten sogar die beiden Spitzenteams aus Chemnitz und Berlin bezwingen konnte. 295,5 Zähler sollten diesmal in der gut gefüllten Wettkampfstätte beim Reißen zu Buche stehen und damit bereits ein Vorsprung von fast 50 Punkten gegenüber den Gästen aus Sachsen-Anhalt.
Für die Schwedt-Stralsunder Kombination lief das Reißen ordentlich, wenn auch nicht optimal: Gina Holzäpfel, Tino Friedrich (bei versuchter neuer Saisonbestleistung von 152 kg) und Arkadiusz Michalski konnten ihre dritten Hebungen nicht vollenden, Christian Rech hatte bereits im zweiten Versuch gepatzt, brachte die 132 kg dann aber bei der letzten Hebung in die Wertung. Tomasz Rosol schaffte mit 118 kg einen neuen persönlichen Saisonbestwert. Der Kontrahent aus Samswegen verbuchte noch einen ungültigen Versuch mehr in der ersten Teildisziplin und hatte 247,7 Punkte auf seinem Konto zu stehen.
So stand vor dem Stoßen, bei dem es im Gastgeber-Team einen Wechsel gab (Mario Teichert kam für Gina Holzäpfel auf die Heberbühne), beim Blick auf die Start-Lasten aller zwölf Aktiven fest: Wenn die sechs OST-Heber ihren ersten Versuch in die Wertung bekommen, war der 3:0-Tagessieg gesichert. Und so kam es auch. Zwischenzeitlich musste das Publikum nur ein einziges Mal einen Rückstand für den Gastgeber in der Gesamtwertung zur Kenntnis nehmen - da aber hatte Michalski noch keinen einzigen Versuch absolviert. "Da sind dann doch ein paar zu viele rote Zahlen in der Ergebnisliste", urteilte Trainer Roland Taubert schließlich unmittelbar nach Ende der letzten Hebung. Seine Schützlinge hatten nämlich beim Stoßen letztlich nur zehn ihrer insgesamt 18 Stoß-Versuche gültig absolviert. Rosol scheiterte trotz großen Kampfes zweimal an einer weiteren Saisonbestmarke (148 kg). Für Michalski waren 210 kg, die er im Herbst schon zweimal bewältigt hatte, zweimal zu schwer. Teichert und Friedrich konnten die Hanteln in ihren zweiten Versuchen nicht zur Hochstrecke bringen, korrigierten dies aber im dritten Anlauf, Friedrich sogar mit persönlicher Saison-Höchstlast von 180 kg. Christian Zühlke verzichtete angesichts des klaren Zwischenstandes auf seine dritte Hebung. Letztlich war das Oder-Sund-Team auch in der zweiten Teildisziplin deutlich besser als Samswegen (37 Punkte Differenz) und konnte sich über einen souveränen Erfolg und den erhofften Sprung auf den dritten Tabellenplatz freuen.
Coach Roland Taubert verfiel keineswegs in Euphorie, bescheinigte seinen Hebern durchweg einen soliden Wettkampf, wenn er sich auch insbesondere vom Duo Holzäpfel/Teichert gern drei gültige Hebungen und damit ein paar Kilo mehr im Protokoll gewünscht hätte. Bei Zühlke und Rech vergaß er nicht anzumerken, dass sie erst vor wenigen Tagen leichte Erkrankungen auskuriert hatten.