Vor der Backsteinmauer steht ein Golf, halb zugedeckt mit Kunstrasen. Davor ein Schild: "Nachdem Adam mehr als 2000 Jahre gewartet hatte, war er für ihn da - der Golf. Jetzt endlich konnte er Eva die über Jahrtausende versprochene Hochzeitsnacht bieten - in seinem Paradies - im Golf." Besucher schmunzeln über diese hintergründige Idee im Autoparadies Deutschland. Gerald Narr und Ada Stronzki haben das auffällige Objekt vor die Prenzlauer Marienkirche gestellt. Schon die Neugier darauf treibt viele Gäste in diesen Kunstteil der Landesgartenschau.
"Es ist nicht alles Paradies, was lockt", meint die Lyrikerin Ines Baumgartl im Begleitkatalog zu einer der bislang bedeutendsten gemeinsamen Ausstellungen uckermärkischer Künstler. Und so zeigen Mitglieder der Gruppe umKunst ihre Visionen vom Paradiesgarten Eden - so auch der Titel der eigens für die Laga und die Marienkirche konzipierten Exposition.
Modern, kritisch, offen, nachdenklich - so sprechen die teils experimentellen Werke das Auge des Betrachters an. "Alles Banane!" meint die Angermünderin Birgit Uhlig und setzt eine stilisierte Frucht aus Filz auf Bananenkartons mitten ins sakrale Bauwerk. Eine Beschreibung der uralten Beziehung zwischen Mensch und Banane, die mit den Worten endet: "Heute ... kommt die "reife Frucht' selten sattgelb daher, eher ungenießbar grün, mit Pestiziden beladen, ... gegen das Leben, gegen die Schöpfung."
Ölbilder, Installationen, Skulpturen, Keramik und Fotografien setzen sich mit dem Gedanken an Eden auseinander. Dabei geht es um die Schöpfung in heutiger Zeit, um den Umgang mit der Natur und den Menschen, um Glauben, Tod, Krankheit, um Geschichte und Antworten auf so viele offene Fragen. Eine überdimensionale Leuchtschrift zwischen den beiden Türmen der Marienkirche bezeichnet den Ort der Ausstellung und ist selbst Kunstwerk.
Aus den Seiten einer Bibel wächst Gras. Vogelstimmen sind zu hören. Papierskulpturen schweben durch den Raum. Ein Bewässerungsautomat gießt Wasser auf Pflanzen. Ein Schiff landet auf dem Kirchenboden.Von der Decke hängt ein riesiger Vlies.
Hans-Otto Schmidt und Gesine Storck hatten die Idee zu der Ausstellung. Sie sind Mitglieder der rund 30-köpfigen Gruppe, die Kunst ins öffentliche Licht stellen will. Die Eden-Schau ist während der Gartenschau zu sehen.