Hunderte Besucher haben zum Auftritt von "Polkaholix" in der Nacht zum Sonntag das Areal am alten Busbahnhof überfüllt, das vorher selbst den wenigsten Westendern ein Begriff gewesen sein dürfte. Nicht nur das hat sich durch das Engagement des erst im vierten Quartal des vorigen Jahres gegründeten, inzwischen 26 Mitglieder zählenden Stadtteilvereins gründlich geändert.
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"Wir wollen in Westend kulturelle und soziale Akzente setzen", sagte Vorstandsmitglied Danko Jur gegen Ende der Fete erschöpft und zufrieden. Das umjubelte Gastspiel der Volksmusikrocker von "Polkaholix" war ohne Frage der Höhepunkt eines Musikfeuerwerks, zu dem auch die Damenkapelle "Brass-Appeal" und das Brandenburgische Konzertorchester, vor allem aber die Mädchen und Jungen der Kita "Im Zwergenland" und der Forstchor Silvanus beigetragen hatten.
"Schön, dass in Westend wieder etwas los ist", sagte Grete Schackow, die seit 1965 in dem Stadtteil lebt und mittlerweile insbesondere mehr Gelegenheiten zum Einkaufen vermisst. "Wenn es die Tierparkbus-Linie nicht geben würde, wäre guter Rat wirklich teuer", betonte die Rentnerin, die sich noch an ein Stadtteilfest erinnern kann, das vor der Wende auf der Seite des Parks gefeiert wurde, die dichter an der heutigen B 167 liegt. "Da war auch viel los", betonte sie.
"Eine bessere Möglichkeit, Freunde zu treffen und Spaß zu haben, kann ich mir kaum vorstellen", verriet Denise Borgwardt, die Kinder und Partner zum Parkfest mitgebracht hatte.
Am Stand des Stadtteilvereins waren die 1000 Tombola-Lose gefragt, die pro Stück einen Euro kosteten. "Von dem Erlös richten wir unseren Sponsoren ein Dankeschöntreffen aus", erzählte Silke Panzlaff, die den Stand mit vielen Helfern betreute. Die Festbesucher standen Schlange, um vielleicht einen der 70 Preise zu gewinnen, zu denen eine Kaffeemaschine, Kino-Gutscheine und T-Shirts gehörten. Der Hauptpreis, ein Tablet-PC im Wert von rund 500 Euro, war schon nach einer guten halben Stunde Losverkauf weg. "Da hatte ich ja echt Glück", kommentierte Phillip Wehowsky (8) aus dem Brandenburgischen Viertel den Umstand, dass er die von seinem Vater spendierten fünf Euro so erfolgreich investiert hatte.
Mit dem Glück im Bunde fühlen sich auch die Macher vom Stadtteilverein um dessen Vorsitzenden Kristian Stelse, die bereits über eine Neuauflage des Festes im kommenden Jahr nachdenken. Für die Premiere stand den Organisatoren ein Budget von etwa 16 000 Euro zur Verfügung - hauptsächlich von Westender Unternehmern aufgebracht. "Ohne die großzügige Unterstützung durch die Stadt ?wäre es dennoch nicht gegangen", bedankte sich Danko Jur.
Der Verein strebt an, für das Festareal eine Patenschaft zu übernehmen. "Wir haben uns mit dieser Idee schon an den Bürgermeister Friedhelm Boginski gewandt", sagte das Vorstandsmitglied weiter.
Andrang auf dem Festplatz: Das neu erschlossene Areal neben dem alten Busbahnhof wird von den Besuchern prima angenommen.
Brauchtumspflege nach Noten: Der Forstchor Silvanus trägt bei seinem Programm auf der Festbühne Jagd- und Volkslieder vor.
Volltreffer im Anflug: Torben und Ayet probieren am Stand des 1. SV Eberswalde das XXL-Ballwerfen aus, rechts schaut Moritz Assmann zu. Die Handballer sammeln mit der Aktion Geld für die Nachwuchsförderung.Fotos: (3): MOZ/Thomas Burckhardt
Stadtteilverein feiert riesigen Erfolg
Hauptpreis geht an Jungen aus dem Brandenburgischen Viertel