Wird aus dem Werbellinsee-Triathlon 2012 ein Duathlon? Oder muss der Wettkampf am 11./12. August - ausgerechnet mit seiner 20. Auflage - ganz und gar ins Wasser fallen? Der Veranstalter des sportlichen Wettstreits ist in großer Sorge. Denn nach seinen Angaben ist die Teildisziplin Radfahren in Gefahr.
Hilfesuchend wandte sich deshalb der Ausdauersportler Martin Ruhtz aus Friedrichswalde namens der Organisatoren am Dienstagabend an den Amtsausschuss von Joachimsthal (Schorfheide). Etwa 700 Anmeldungen lägen bereits für den Triathlon vor. Man rechne insgesamt mit 1000 Startern. Aber: Der Veranstalter erhalte wahrscheinlich keine Genehmigung für das Radrennen bzw. für die erforderliche Straßensperrung. In den vergangenen Jahren sei dies dank einer "großzügigen Regelung" vor Ort kein Problem gewesen, so Ruhtz. Mit der Polizeireform jedoch hätten sich die Bedingungen verschärft. Die Direktion Frankfurt (Oder) stimme der Sperrung einer Bundes- oder Landesstraße nicht mehr zu, berichtete Ruhtz und vermutete, dass damit nicht nur der Triathlon im August, sondern künftig auch der Werbellinseelauf sowie "Swim & Bike" auf der Kippe stehen.
Alle drei Wettkämpfe, die in der Erholungsstätte EJB am Werbellinsee gestartet werden, seien über die Jahre auch zu einer "touristischen Größe" geworden, bat Ruhtz den Amtsausschuss dringend um Unterstützung.
Aufgrund der Probleme um die Radstrecke, die von der EJB über die Nordspitze des Sees und die Seerandstraße nach Eichhorst führt, hatte der Veranstalter Anfang Juli die Anmeldeliste bereits "vorsorglich" geschlossen, wie er auf seiner Internetseite informierte. In der Begründung verweist er auf "eine Initiative gegen die Vollsperrung" (ein Unternehmer fühle sich "in seinem Absatzpotenzial benachteiligt") sowie auf die Polizei, die die Genehmigung versage.
Wie Hardy Börner, Leiter der Polizeiinspektion Barnim, gestern auf Anfrage der MOZ sagte, liege die Entscheidung beim Landratsamt, bei der dortigen Straßenverkehrsbehörde. Die Polizei werde im Rahmen des Verfahrens angehört. Er versicherte, dass die Beteiligten "derzeit alles tun, um die Veranstaltung zu ermöglichen". An die Adresse des Veranstalters richtete Börner den Hinweis, künftig erst in die Werbung zu gehen, wenn alle Genehmigungen vorliegen.
Im Ergebnis einer Beratung gestern Nachmittag im Landratsamt schlagen Kreis und Polizei dem Veranstalter einen Kompromiss vor: Verkürzung der Radstrecke auf der L 220 (Wende vor dem Zeltplatz Spring) sowie halbseitige Sperrung der L 23 an der Nordspitze des Sees. Eine Vollsperrung sei dort wegen der nahen Autobahn-Anschlussstelle nicht möglich, so ein Sprecher.