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Küche der Freienwalder Kurklinik zeigt Vielfalt der Frucht

Ingwer gibt Kürbissuppe eine besondere Note

Vielfalt mit Kürbissen: Küchenchefin Kerstin Hölzer blickt Lehrling Hammadi Baligh über die Schulter.
Vielfalt mit Kürbissen: Küchenchefin Kerstin Hölzer blickt Lehrling Hammadi Baligh über die Schulter. © Foto: MOZ
Steffen Göttmann / 23.09.2012, 09:12 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Kürbisse sind beliebte Fotomodelle. Leuchtend orange dekorieren sie Erntewagen und Erntefeste. Dass aus den Früchten auch leckere Speisen zubereitet werden können, davon konnten sich am Donnerstagabend die Patienten der Fachklinik überzeugen.

Am Kürbis scheiden sich die Geister. Die einen lehnen die großvolumigen Beeren naserümpfend ab, andere lieben sie als Kompott oder als Suppe. Kerstin Hölzer, seit drei Jahren Küchenchefin der Fachklinik, bereitete am Donnerstag eine ganze Reihe Gerichte mit Kürbissen zu: Kürbissuppe, Kürbisrisotto, Kürbispuffer und Kürbisschnitzel. Die Speisen seien eine Zugabe zum Abendessen. Wer also absolut keinen Kürbis mag, der hatte trotzdem eine große Auswahl an Salaten, Aufschnitt und Käse. "Wer Kürbis ablehnt, für den gibt es überbackene Zucchini", so die Küchenchefin.

"Wir haben zwölf Hokkaido-Kürbisse verarbeitet", sagte Kerstin Hölzer. Diese habe ihre Kollegin Anika Grüneberg spendiert, die im Oderbruch wohnt und sie in ihrem Garten gezogen hat. Allein 15 Liter Kürbissuppe bereitete die Küchenchefin zu. Zur Hand ging ihr dabei Hammadi Baligh, seit einem Jahr Kochlehrling in der Fachklinik. Der gebürtige Tunesier, der in Wriezen lebt, hat eine Ausbildung zum Konditor absolviert. Weil sein Abschluss in Deutschland nicht anerkannt wird, lernt er nun Koch. Derzeit bereitet er sich auf seine Zwischenprüfung vor, wobei es um Suppen geht.

"Wir haben Kürbis geschnitten und püriert", berichtete Kerstin Hölzer. Hinzu kamen Kartoffeln Möhren und Zwiebeln, Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker. Ingwer gab der Suppe die besondere Note. Mengenangaben konnte die Küchenchefin nicht machen. Dies habe sie alles im Gefühl, sagte sie. Die Kürbispuffer enthielten zwei in Teile geschnittene Kürbisse und einen Teil Kartoffeln und werden genauso wie Kartoffelpuffer zubereitet. Das Kürbisschnitzel ist die vegetarische Variante eines typisch deutschen Gerichtes. Dabei wird Kürbis geschnitten und paniert. Hokkaido-Kürbisse seien geschmacksintensiver und daher auch gut für Kompott, Süßspeisen und Desserts geeignet, erläuterte die Küchenchefin.

In mundgerechte Happen haben Kerstin Hölzer und Hammadi Baligh Kürbispuffer und Kürbisschnitzel auf großen Blechen vorbereitet, um sie kurz vor dem Abendessen zu erhitzen. 230 Mahlzeiten verließen am Donnerstagabend die Klinikküche. Mittags sind es bis zu 300 Mahlzeiten, die die acht Mitarbeiter zubereiten müssen. Patienten und Personal werden dort verköstigt.

Die Patienten können wählen zwischen drei Essen - Vollkost, leichte Vollkost und vegetarischen Speisen. Vollkost ist für jene Patienten, die alles essen. Leichte Vollkost sei reduziert - fettarm und ohne Sahne, sagte Hammadi Baligh. Für die Patienten sei das Essen ein wichtiger Bestandteil des Aufenthaltes, sagte Kerstin Hölzer. Beim Abschluss der Therapie werden sie per Fragebogen über ihre Zufriedenheit befragt. Laut dem aktuellen Qualitätsbericht aus dem Jahr 2011 bewerten 93 Prozent der Patienten das Essen als gut oder in Ordnung.

Alle vier Wochen lassen sich die Küchenchefin und ihr Team etwas Besonderes für die Patienten einfallen. Nach dem Kürbisabend am Donnerstagabend werden sie in vier Wochen ein Oktoberfest erleben. "Wir servieren Weißwürste und Bretzel", kündigte Kerstin Hölzer an. Mehr wollte sie noch nicht verraten. Hammadi Baligh kocht derzeit am liebsten legierte oder sämige Suppen wie Tomatensuppe. "Vor Kurzem habe ich mal Gulasch gekocht", erklärte der Lehrling stolz.

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