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Die Ananas des Ostens erobert Berlin

Renate Dalchau kann in der Gusower Gõrtnerei K³rbisse f³r jeden Geschmack anbieten. Besonders begehrt sind zurzeit die Halloween-Fr³chte (rechts). Der Muskatk³rbis fõllt wegen seiner stark gerippten Form sofort ins Auge. Foto: Michael Mõrker
Renate Dalchau kann in der Gusower Gõrtnerei K³rbisse f³r jeden Geschmack anbieten. Besonders begehrt sind zurzeit die Halloween-Fr³chte (rechts). Der Muskatk³rbis fõllt wegen seiner stark gerippten Form sofort ins Auge. Foto: Michael Mõrker © Foto:
DSTEINKRAUS / 30.10.2009, 07:06 Uhr
Gusow Herbstzeit ist Kürbiszeit. Die Palette der kernigen Früchte ist breit geworden. Eigens für das mittlerweile vielerorts beliebte Halloween gibt es sogar schon besondere Züchtungen. In der Gusower Gartenbau GbR werden seit zehn Jahren Kürbisse angebaut.

"Oh, ist das ein schöner, großer Zierkürbis", staunt die Kundin. Renate Dalchau muss die Frau jedoch verbessern. "Das ist ein essbarer Spagetti-Kürbis und er schmeckt wirklich gut", versichert die Gärtnerin. Sie hat auch gleich ein Rezept parat. Am besten, man schneide den Kürbis durch, entkerne ihn und lege ihn mit der Unterseite auf Backpapier in den Ofen. Bei 140 Grad lasse man ihn etwa 40 Minuten brutzeln und fülle dann eine Soße Bolognese oder Tomaten Soße hinein und esse direkt aus der Frucht.

Auf gut einen Morgen haben die Gusower Gärtner Kürbisse der verschiedensten Art angebaut. Sie fahren in diesem Jahr eine sehr gute Ernte ein. Und vor allem eine komplette. Im vergangenen Jahr hatten Unbekannte das Feld auf dem Gärtnereigelände zur Hälfte in einer Nacht fast abgeerntet. Übrig blieben nur etwas weniger prächtige Exemplare. Die Diebe hatten offensichtlich die Nähe zur Bundesstraße genutzt und so die Gärtner um ihren Lohn gebracht. In diesem Jahr wurde auf einem anderen Feld angebaut. Das Wetter war bestens und so fuhr der betriebseigene Traktor in den letzten Tagen Fuhre um Fuhre zum Treibhaus. Hier wurden die prächtigen Exemplare auch noch gewaschen und für den Verkauf drapiert.

Wie viel Tonnen vom Feld geholt wurden, kann niemand sagen. Verkauft wird nicht nach Gewicht, sondern nach Größe, egal, um welche Sorte es sich handelt. Die Gusower Gärtner bauen nicht nur den bekannten Gelben Zentner an. Der wächst in vielen Kleingärten im Oderbruch auch heute noch und wird häufig zu Kompott verarbeitet.

Für Suppen empfehlt Renate Dalchau jedoch den Hokkaido. Es gebe viele Stammkunden, die sich speziell ihre Kürbisse holen, den einen für die Suppe, den nächsten fürs Kompott. In den vergangenen Jahren haben selbst Edelköche die Riesenfrucht für sich entdeckt und kreieren Suppen und Desserts in allen Variationen. Die Zeit, als der Kürbis als "Ananas des Ostens" belächelt wurde, ist lange vorbei. Jede gute Gaststätte hat heute Kürbisgerichte auf der Speisekarte. Ein Grund für die Gusower Gärtner, gezielt Kürbis anzubauen. Erst am Mittwoch war wieder großer Händlertreff. Obst- und Gemüsehändler aus Berlin kommen seit Jahren ins Oderbruch, versorgen sich hier mit Kürbis. Beliebt ist vor allem der Hokkaido, von denen die Gusower zwei Sorten anbauen - zum einen den Suppenkürbis und den Blue Kuri, die süßere Variante sowie Big Mama.

Von Gemüsetheken nicht wegzudenken ist aber auch der Muskatkürbis mit seiner auffälligen gerippten Form. Bei der Ernte ist er grün, wird dann aber braun-orange. Er ist bis April nächsten Jahres haltbar. Das macht ihn besonders wertvoll, denn alle anderen Arten können meist nur um die drei Monate gelagert werden. "Wichtig ist immer, dass der Stiel dran ist", rät Renate Dalchau. Bis zu 40 Kilogramm schwer werden die dekorativen Früchte, die sich bis zur Verarbeitung auch gut als Dekoration am Haus eignen.

Momentan stehen allerdings die Halloween-Kürbisse hoch im Kurs. "Sie haben eine besonders dünne Schale", erklärt die Gärtnersfrau. "Man kann damit gut Gesichter schnitzen." Das wissen viele Kunden zu schätzen. Sie haben die Qual der Wahl und suchen auch sorgfältig aus. Zwischen einem und drei Euro kostet solch ein Exemplar, von denen die meisten spätestens morgen Abend wohl auf Treppen, Zaunpfählen oder Fensterbänken auf Halloween einstimmen. In einigen Orten gibt es sogar Dorfpartys. Wo genau, das finden Sie auf unserer Ankündigungsseite 15.

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