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Kochen auf kleiner Flamme

Essen vom Grill ist der Klassiker: Offenes Feuer ist aber vielerorts nicht gestattet.
Essen vom Grill ist der Klassiker: Offenes Feuer ist aber vielerorts nicht gestattet. © Foto: dpa
24.05.2014, 16:44 Uhr
Berlin (dpa) Zwei Kochfelder oder ein Gaskocher, wenige Töpfe, eine Pfanne, dafür aber einen ganzen Himmel voller Sterne und das umwerfende Gefühl von Freiheit - Urlaub im Zelt oder Wohnmobil ist für viele Menschen die perfekte Erholung.

Trotz des beschränkten Platzes müssen die Reisenden keineswegs jeden Tag Dosenravioli verspeisen. Sie sollten aber schon vor der Abreise einige Produkte einkaufen und mitnehmen. Dazu gehören Salz, Pfeffer, Zucker, Honig, Öl und Essig. Und noch mehr: "Einige Produkte lassen sich vielfältig variieren", sagt Claudia Seifert, Kochbuchautorin aus Hamburg. Daher nimmt sie immer einen Vorrat Couscous, Bulgur und Gnocchi mit, außerdem Nudeln, Kichererbsen, Dosen mit Tomatenstücken, Artischocken, Bio-Gemüsebrühe in Pulverform, Gewürzmischungen und Kräuter der Provence.

"Auch Linsen lassen sich vielfältig einsetzen", ergänzt Anita Lorenscheit, Pressereferentin der Wohnmobilvermietung McRent in Isny bei Kempten. Die Hülsenfrüchte verarbeitet sie zu kleinen Bällchen, einem Salat oder serviert sie als Beilage mit Zwiebeln und Tomaten. Lorenz Becker, Küchenchef des Restaurants "Austeria Brasserie" in Berlin, empfiehlt, auch Thunfisch in der Dose, Kapern und Pestos im Glas mitzunehmen. Lorenscheit hat außerdem einen Vorrat an Würstchen oder Fleischwurst dabei. "Das schmeckt zum Frühstück, aber auch im Nudelsalat, kann als Wurstsalat zubereitet werden. Mit Tomate, Zwiebeln und Paprika wird es zum Würstchengulasch."

Toastbrot ist ebenfalls ein Tausendsassa: Zwischen zwei mit Pesto bestrichene Scheiben wird Schinken, Rucola und Mozzarella gelegt und das Ganze zusammengeklappt in der Pfanne gebraten. "Und schon hat man Tramezzini", erklärt Becker. Alternativ röstet er das Brot in der Pfanne und bestreicht es dann mit der pikanten Würzpaste Harissa aus der Tube. "Das zusammen mit dem Couscous ist schnell und unkompliziert gemacht, schmeckt aber klasse."

Schnell, unkompliziert, lecker - das ist das Motto für Speisen im Campingurlaub. "Am besten ist es, wenn man alles in einem Topf oder einer Pfanne zubereiten kann", rät Seifert. Das können Spaghettini mit Schinken, Artischocken und Kapern sein oder auch ein Tomaten-Schinken-Omelett.

Wer Nudeln oder Kartoffeln kocht, setzt am besten gleich eine etwas größere Menge auf. "Was übrig bleibt, kann man am nächsten Tag zum Salat verarbeiten", sagt Lorenscheit. Sie nimmt mit ihrer Familie stets einen Elektrogrill mit in den Campingurlaub, denn offenes Feuer ist auf vielen Campingplätzen verboten. Der Eine brutzele so draußen Fleisch, Maiskolben oder Gemüse, der Andere zaubert den Nudel- oder Kartoffelsalat mit den Resten vom Vortag.

"Mit Dosenthunfisch und Kapern bekommt Nudelsalat eine mediterrane Note", rät Becker. Kartoffeln werden mit Eiern auf dem Gaskocher oder der Kochplatte zur Tortilla. Bleiben Brötchen vom Frühstück übrig, werden sie in einem Mix aus Milch und Eiern gewendet, dann in der Pfanne gebraten - fertig sind die "Armen Ritter".

Lorenscheit nimmt meist für die ersten zwei Abende frische Zutaten mit, danach kauft sie vor Ort Obst oder Gemüse. Tomaten sind ideal für Camper: Sie können mit heißem Wasser in einer Schüssel übergossen, dann gehäutet und zur Suppe verarbeitet werden, sie schmecken als Soße zu Grillgut oder zu Nudeln - aufgepeppt mit getrockneten Feigen und Kräutern - oder werden mit Mozzarella und Basilikum zur Vorspeise.

"Man sollte aber offen sein für die Produkte der Länder, in denen man unterwegs ist", rät Seifert. "Es ist spannend, auf den Märkten oder Supermärkten frisch einzukaufen und zu improvisieren." So greift sie spontan zu, wenn sie frischen Fisch entdeckt. Außerdem hat sie immer kleine Kunststoffgefäße dabei. "Wenn man an einem Beerenstrauch vorbeikommt, kann man ein paar Beeren pflücken und frisch verarbeiten".

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