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Kochlehrlinge der Fachklinik und Moorbad Bad Freienwalde beweisen ihr Können mit speziellem Abendessen

Patienten mit Käsevariationen verwöhnt

Steffen Göttmann / 19.09.2014, 05:01 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Unter dem Motto "Alles Käse oder was?" haben die beiden Auszubildenden der Küche der Fachklinik und Moorbad Bad Freienwalde den Patienten am Mittwochabend eine Auswahl von Käsespezialitäten zubereitet.

Gina Brzinski, die ihr erstes Lehrjahr zur Köchin in der Küche der Fachklinik und Moorbad in Bad Freienwalde absolviert, hat alle Hände voll zu tun. Käsespieße, mit Frischkäse gefüllte Cocktailtomaten sowie Cracker mit einem Häubchen Obatzter dekoriert die 17-Jährige ansprechend auf dem Teller, sodass sie an ein lachendes Gesicht erinnern. Schließlich soll das Essen nicht nur sättigen, sondern auch Spaß machen. Dass dies nicht nur eine Devise ist, beweist der aktuelle Qualitätsbericht, den die Fachklinik vor einer Woche für das Jahr 2013 vorgelegt hat. Von 2196 befragten Patienten haben 2005 angekreuzt, dass sie das Essen gut bis sehr gut bewerten.

Schon um 11 Uhr am Vormittag haben die beiden Auszubildenden Gina Brzinski und ihr Kollege Baligh Hammadi mit der Zubereitung des Abendessens begonnen. Gerade in den kleinen Köstlichkeiten steckt sehr viel Arbeit. Käsescheibchen, Weintrauben und oben eine Erdbeere müssen sorgfältig übereinander gestapelt und mit einem Holzspieß durchstochen werden. Alle Spieße sind gleich groß und sehen gleich aus.

Für die Spieße verwendet Gina Brzinski Edamer und Dillkäse. Bei dem Obatzter, der den Cracker ziert, handelt es sich um einen sehr kräftigen, cremigen Käse der Doppelrahmstufe aus Bayern.

Baligh Hammadi, Auszubildender im dritten Lehrjahr, hat eine leckere Käsesuppe mit Gehacktem, Lauch, Champignons und Schmelzkäse zubereitet. "Das Gehackte wird vorgebraten, dann kommt Fleischbrühe hinzu", verrät Kerstin Hölzer. Schließlich kommen geschnittener Lauch und Champignons hinzu. Schließlich werde die Suppe mit Schmelzkäse abgeschmeckt. 215 Patienten müssen an diesem Abend satt und zufrieden in die Nacht entlassen werden. Für so viele Esser muss die Küche am Abend kalkulieren. Beim Mittagessen gehen 300 Portionen raus. Dann werden die Mitarbeiter mit berechnet.

"Wir bieten unseren Patienten einmal monatlich einen besonderen Abend", sagt Küchenchefin Kerstin Hölzer. Was die Stimmung unter den Patienten hebt, sei gleichzeitig wichtig für die Ausbildung der Kochlehrlinge, die ein möglichst vielseitiges Spektrum des Berufes kennenlernen sollen.

Zwölf Kilogramm Käse verschiedener Sorten haben die Küchenmitarbeiter für den Käse-Wein-Abend verarbeitet. Besonders knusprig und lecker ist das Käsebrot. "Einem Hefeteig haben wir Zwiebeln und Gouda hinzugefügt und ihn eine Stunde aufgehen lassen. Danach haben wir das Brot gebacken", plaudert Küchenchefin Kerstin Hölzer aus dem Nähkästchen.

Rot- und Weißwein gibt es auch, der ist aber im übrigen alkoholfrei, denn auf dem Klinikgelände sind seit einigen Jahren alkoholische Getränke tabu.

Patienten, denen eine Diät verordnet wurde, werden an einem solchen Abend keine Beschränkungen auferlegt, sagt die Küchenchefin.

Für Gina Brzinski stand der Wunsch, Köchin zu werden, nicht an erster Stelle. "Ich wollte eigentlich Tierpflegerin werden", erzählt sie. Doch mangels entsprechender Lehrstellen erfuhr sie bei der Agentur für Arbeit von der Lehrstelle in der Fachklinik. "Ich fühle mich sehr wohl hier, das Arbeitsklima ist sehr gut", sagt sie. Die 17-Jährige ist stolz darauf, Ideen einbringen zu dürfen. Sie habe daheim einen Kuchen ausprobiert und dann auch für Patienten backen dürfen. "Wir sind immer offen für neue Ideen", sagt ihre Chefin.

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