Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Regionale Kost
Der Dauerbrenner des Schlaubetals

Küchenkumpel: Marcel Jannaschk (l., 30) und Mathias Issler (27) bereiten den Schlaubetal-Teller – Schwarzbier-Schweinerücken mit Bratkartoffeln – zu. Sie verstehen sich sichtlich gut.
Küchenkumpel: Marcel Jannaschk (l., 30) und Mathias Issler (27) bereiten den Schlaubetal-Teller – Schwarzbier-Schweinerücken mit Bratkartoffeln – zu. Sie verstehen sich sichtlich gut. © Foto: Christopher Braemer
Christopher Braemer / 25.05.2018, 06:15 Uhr - Aktualisiert 25.05.2018, 11:35
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Bratkartoffeln brutzeln in der Pfanne, Dampf schwelt in der Luft – es riecht nach Schweinespeck. Zur Mittagszeit herrscht Hochbetrieb in der Küche des Landhaushotel Prinz Albrecht. „Gerade wurde der Schlaubetal-Teller bestellt“, sagt Koch Marcel Jannaschk, vor dem die Pfannen und Töpfe auf den Herdplatten tanzen. „Der geht gerade ganz gut weg“, wirft sein Nebenan, Matthias Issler, ein. Wie vieles auf der Speisekarte des gastlichen Restaurants kommen seine Zutaten aus Ort und Region.

Der Schlaubetal-Teller – gebratenes Schwarzbier-Scheinerückensteak mariniert mit Zwiebeln und Bratkartoffeln – mundet den Gästen offensichtlich so gut, dass er in den zehn Jahren, in denen das Hotel an der Aktion des Naturparks Schlaubetal teilnimmt, stets der gleiche blieb. „Das hat sich auf Wunsch der Gäste so ergeben“, sagt Hotel-Chefin Manja Reschke, die sich mit ihren 25 Mitarbeitern um das Wohl der Gäste kümmert. Ihr Gericht ist damit der Dauerbrenner unter den Schlaubetal-Tellern.

„Regionalität heißt für mich auch, dass man auf die Wünsche der Gäste eingeht“, verrät die Eisenhüttenstädter Unternehmerin. Während die Besucher von außerhalb – aus Berlin und anderen Großstädten – nach lokalen Zutaten fragten, wollten die Ortsbewohner die Dinge wiederfinden, mit denen sie aufgewachsen sind. Vor allem das Neuzeller Bier sei sehr bei Besuchern der Region gefragt, sagt die Frau ohne lange nachzudenken. Was dazu gespeist wird, hänge stark von der Saison ab. „Wir bekommen sehr viele Anregungen von unseren Lieferanten“, lobt die Gastronomin. Wie beispielsweise im letzten Jahr, als die örtliche Agrargenossenschaft eine neue Rindersalami schickte, bestätigt Manja Reschke. Dass sie sich hier wohlfühlt, ist ihr anzumerken. Ihren Job im paradiesischen Neuzelle wolle sie um nichts in der Welt eintauschen.

Auf der malerischen Terrasse des Hotels mit Blick auf die barocke Pracht, die jährlich Tausende Touristen anzieht, ist fast kein Platz im Schatten mehr frei. „Wir haben hier alle Hochzeiten und runde Geburtstage gefeiert“, sagt Renate Götze. Obwohl die 77-Jährige vor Jahren schweren Herzens aus dem alten Kutschstallgebäude in der Klosteranlage nach Schildow (Oberhavel) zog, kommt sie bei jeder Gelegenheit zurück in ihr altes Stammrestaurant. Dessen regionale Kost ist bei ihrer Reisegruppe sehr gefragt: Von 46 Besuchern haben gleich 29 die Kieselwitzer Lachsforelle bestellt.

Die Großbestellung der hungrigen Reisetruppe ist kein Problem für Marcel Jannaschk und Matthias Issler, die kurz vor der Fußball-WM zu küchensportlerischer Höchstform auflaufen. Die werden sie in diesem Sommer nutzen, um die kulturhungrigen Gästen mit Kost aus dem Schlaubetal zu verwöhnen.(cb)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG